Boeing gründet Joint-Venture für Flugzeugsitze in der Pfalz

17.01.2018 - 17:25 0 Kommentare

Boeing und der Autositze-Hersteller Adient wollen gemeinsam Flugzeugsitze entwickeln. Die Zentrale soll in Deutschland angesiedelt werden. Der Flugzeughersteller will so die Probleme mit Zulieferern beheben.

Kabine der ersten Boeing 787 von United  - © © United Continental Holdings -

Kabine der ersten Boeing 787 von United © United Continental Holdings

Der Luftfahrtkonzern Boeing steigt in die Produktion von Flugzeugsitzen ein. Er gründet mit der US-Unternehmensgruppe Adient, nach eigenen Angaben der größte Hersteller von Autositzen weltweit, das Joint-Venture Adient Aerospace.

Wie beide Firmen am Mittwoch mitteilten, sollen Zentrale, Technologiezentrum und erstes Produktionswerk des neuen Spezialisten in Kaiserslautern angesiedelt werden. Dort hat Adient bereits ein Entwicklungszentrum ihrer Tochter Recaro Automotive mit rund 600 Mitarbeitern sowie ein Werk im benachbarten Rockenhausen. Für den Start von Adient Aerospace sollen zunächst bestehende Gebäude genutzt werden.

Zielgruppe sind nicht nur Boeing-Betreiber

Boeing wird 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, Adient den Rest. Ziel ist die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb von Flugzeugsitzen – nicht nur für Boeing-Modelle, sondern auch für Maschinen anderer Hersteller. Angaben zum Zeitplan, zum Umfang der Investitionen und zur Anzahl der Mitarbeiter wurden zunächst nicht gemacht.

Adient Aerospace wird nicht nur in Kaiserslautern vertreten sein: Das Kundenservice-Center soll am Boeing-Stammsitz in Seattle seinen Sitz haben, den Vertrieb übernimmt die Boeing-Tochter Aviall mit Sitz in Dallas.

Der US-Flugzeughersteller zieht mit dem Joint-Venture die Konsequenz aus langjährigen Problemen mit den Zulieferern: Engpässe bei Sitzherstellern wie zuletzt bei Zodiac oder zuvor bei Koito führten dazu, dass die Auslieferungen bei Boeing und Airbus sich verzögerten.

"Flugzeugsitze haben unsere Kunden, die Branche und Boeing immer wieder vor Herausforderungen gestellt, und wir ergreifen Maßnahmen, die dabei helfen, Engpässe im Markt anzugehen", erklärt nun Kevin Schemm, Boeing-Vorstand für Beschaffung, Finanzen und Geschäftsbetrieb.

Airliners.de, Andreas Sebayang Lesen Sie auch: Innovation Lab bei Frankfurt: Boeings neue Schnelligkeit

Die Joint-Venture-Partner sehen ihr neues Geschäftsfeld als Wachstumsmarkt: Das Volumen soll laut Analysten von umgerechnet rund 3,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 4,9 Milliarden 2026 zunehmen.

Von: pra mit Material von dpa
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