Boeing meldet Fortschritte bei 737-Max-Zertifizierung

18.04.2019 - 08:38 0 Kommentare

US-Luftfahrtkonzern Boeing kommt bei den Bemühungen um eine Wiederzulassung der Baureihe 737 Max offenbar voran. So wurde bereits ein vorentscheidender ein Testflug mit dem aktualisierten MCAS-Programm durchgeführt.

Boeing 737 Max 7. - © © Boeing -

Boeing 737 Max 7. © Boeing

Der nach zwei Flugzeugabstürzen in eine tiefe Krise geratene US-Luftfahrtkonzern Boeing kommt bei den Bemühungen um eine Wiederzulassung seiner Baureihe 737 Max nach eigenen Angaben voran. "Wir machen laufend Fortschritte auf dem Weg zur Zertifizierung unseres 737-Max-Software-Updates", teilte Boeing-Chef Dennis Muilenburg über Twitter mit.

So wurde am Dienstag laut Boeing ein Testflug mit dem aktualisierten MCAS-Programm durchgeführt, der vorentscheidend für den Zulassungsflug mit der US-Luftfahrtbehörde FAA sei. Nun stehe noch ein Zertifizierungsflug mit Vertretern der US-Luftfahrtbehörde FAA an.

Insgesamt seien inzwischen bereits rund 120 Flüge mit einer Flugzeit von insgesamt über 203 Stunden zum Testen des dringend erwarteten Updates der umstrittenen Steuerungssoftware MCAS absolviert worden. Eine schnelle Zertifizierung hatte die FAA zunächst abgelehnt und mitgeteilt, die Neuerungen im Detail zu prüfen.

Mehrheit der Betreiber wurde Softwareupdate gezeigt

Mehr als 85 Prozent der weltweit über 50 Betreiber von 737-Max-Maschinen hätten mittlerweile die Gelegenheit gehabt, das MCAS-Update am Flugsimulator in Aktion zu sehen, so Muilenburg. Die eigens für die spritsparende Max-Neuauflage der 737-Serie entwickelte Steuerungssoftware gilt als möglicherweise entscheidende Unfallursache bei den Boeing-Abstürzen in Indonesien und Äthiopien.

Das MCAS Softwareupdate

Die zwei AOA-Sensoren der Boeing 737 Max Foto: Boeing

Boeing hat am 28. März Einzelheiten zu den Änderungen seiner umstrittenen Flugsteuerungs-Software MCAS für die 737 Max vorgestellt:

  • MCAS gleicht von nun die Daten beider AOA-Sensoren (sie messen den Anstellwinkel) ab, bevor es aktiv wird. Wenn die Daten mehr als 5,5 Prozent voneinander abweichen, bleibt das System inaktiv. Hinzu kommt eine Disagree-Anzeige im Cockpit, die im Cockpit vor fehlerhaften Daten warnt.
  • MCAS greift nicht mehr so stark in die Trimmung des Höhenruders ein, dass die Piloten nicht mehr manuell gegensteuern können.
  • MCAS reagiert künftig nur mit einem einmaligen Steuerbefehl auf einen zu hohen Anstellwinkel und nicht wiederholt. So kann ein erratisches Flugprofil wie beim Lion-Air-Absturz verhindert werden.
  • Mehr Informationen zur Änderung der 737-Max-Flugsteuerung auf der Boeing-Webseite

Eigentlich soll die Automatik in kritischen Flugsituationen automatisch den Flugwinkel korrigieren. Doch die vorläufigen Ermittlungsberichte zu den beiden Abstürzen deuten darauf hin, dass das System durch falsche Sensordaten fälschlicherweise aktiviert wurde und die Maschinen Richtung Boden lenkte. Bei den Unglücken kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben.

Aktuell sind alle rund 370 ausgelieferten 737-Max-Jets weltweit gegroundet. Der Reisekonzern Tui hatte kürzlich angekündigt, die geplanten Max-Kapazitäten durch eine längere Nutzung von Maschinen auszugleichen, die eigentlich durch Boeing spritsparende 737-Neuauflage ersetzt werden sollten. Zudem müsse man zusätzliche Flugzeuge am Markt hinzuleasen.

Von: dpa, AFP, br
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