Boeing-Chef: Geplatzte Iran-Geschäfte werfen Produktion nicht zurück

11.05.2018 - 09:22 0 Kommentare

Dem US-Flugzeugbauer Boeing entgehen durch den Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Atomabkommen mit dem Iran milliardenschwere Aufträge, doch das ist laut Konzernchef Muilenburg gut zu verkraften.

Dennis A. Muilenburg - © © Boeing -

Dennis A. Muilenburg © Boeing

Für die vereinbarten Verkäufe an iranische Fluggesellschaften seien ohnehin noch keine Produktionsplätze eingeplant gewesen, sagte Muilenburg nun. Man werde bei Iran-Geschäften der "Führung der US-Regierung" folgen.

Boeing hatte sich mit zwei Fluggesellschaften aus dem Iran auf den Verkauf von insgesamt 110 Jets geeinigt, die nach Listenpreisen einen Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar hätten und nach Abzug branchenüblicher Rabatte für Großaufträge wohl knapp zehn Milliarden kosten würden. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Iran-Sanktionen wiederzubeleben, lässt diese Geschäfte nun platzen.

Aufträge fallen nicht so stark ins Gewicht

Wegen der hohen Ungewissheit hatte Boeing die Bestellungen aber ohnehin noch nicht im Orderbuch stehen. Gemessen an den vielen Aufträgen, auf denen der US-Konzern sitzt, fallen sie insgesamt auch nicht so stark ins Gewicht.

© Airbus, Lesen Sie auch: Trump bringt Airbus-Großauftrag von Iran Air in Gefahr

Aktionäre reagierten dennoch erleichtert auf Muilenburgs Aussagen; die Aktie notierte im US-Handel zuletzt zwei Prozent fester. Auch Boeings Rivale Airbus muss nach Trumps Entscheidung um milliardenschwere Iran-Aufträge bangen.

Von: dpa
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