Airbus und Boeing starten verhalten ins Jahr

28.04.2016 - 09:27 0 Kommentare

Das erste Quartal hat nicht nur dem amerikanischen Flugzeugbauer Boeing weniger Gewinn beschert - sondern auch dem europäischen Konkurrenten Airbus. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Ein Boeing-Mitarbeiter baut Flügel der Boeing 737 Max zusammen. - © © Boeing -

Ein Boeing-Mitarbeiter baut Flügel der Boeing 737 Max zusammen. © Boeing

Die beiden Flugzeughersteller Airbus und Boeing haben im ersten Quartal weniger Gewinn eingefahren. Das geht aus den Zahlen der Konzerne hervor. Während bei Airbus die Modellumstellung bei wichtigen Flugzeugtypen den Gewinn drückte, machten Boeing Absatzprobleme beim Jumbo-Jet und das neue Tankflugzeug für die USA zu schaffen.

Beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus kletterte zwar der Umsatz um ein Prozent auf 12,2 Milliarden Euro, der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn ging jedoch um 23 Prozent auf 501 Millionen Euro zurück. Wie der Boeing-Rivale weiter mitteilte, sackte der Überschuss unter dem Strich sogar um die Hälfte auf 399 Millionen Euro ab. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern kräftig vom Verkauf von Anteilen am Luftfahrtkonzern Dassault profitiert. Nun schnitt Airbus immer noch besser ab als von Analysten erwartet.

Im laufenden Jahr will der Konzern seine Auslieferungen weiterhin auf mehr als 650 Verkehrsflugzeuge steigern. Im ersten Quartal waren es nur 125 Stück. Airbus stellt die Produktion seiner Verkaufsschlager A320 und A330 gerade auf die spritsparenden "neo"-Versionen um. Ärger bereitet weiterhin der Militärtransporter A400M. Technische Probleme und Verzögerungen bei der Auslieferung könnten "signifikante" Auswirkungen auf die Ergebnisse haben, so Airbus.

Verkehrsflugzeug-Sparte bei Boeing schwächelt

Bei Boeing stehen unter dem Strich im ersten Quartal mit 1,2 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) neun Prozent weniger Gewinn als ein Jahr zuvor, wie Boeing jetzt mitteilte. Damit schnitt der Airbus-Rivale schwächer ab als von Analysten erwartet. Den Umsatz hatte das US-Unternehmen zu Jahresbeginn überraschend gesteigert. Die Erlöse kletterten im ersten Quartal um zwei Prozent auf 22,6 Milliarden Dollar.

Zuwächse der Rüstungs- und Raumfahrtsparte fingen dabei einen Rückgang im größten Konzernbereich mit Verkehrsflugzeugen auf. Dort sank der Umsatz um sechs Prozent, nachdem Boeing mit 176 Maschinen acht Exemplare weniger ausgeliefert hatte als im Vorjahreszeitraum.

© dpa , Guillaume Horcajuelo Lesen Sie auch: Airbus lässt Boeing bei Aufträgen 2015 hinter sich

Dabei wirkte sich auch die fehlende Nachfrage nach dem Jumbo-Jet 747-8 aus. Im ersten Quartal lieferte Boeing nur noch ein Exemplar seines größten Fliegers aus, ein Jahr zuvor waren es noch vier Stück. Boeing fährt die Produktion des Modells auf nur noch sechs Maschinen pro Jahr zurück. Die Umstellung schlug bei dem Konzern jetzt mit 70 Millionen Dollar zu Buche.

Konkurrent Airbus hat mit dem weltgrößten Passagierjet A380 auch mit fehlenden Aufträgen zu kämpfen. Allerdings reichen die Aufträge dort vorerst noch für deutlich über 20 Maschinen pro Jahr.

An seinen Zielen für 2016 hielt Boeing-Chef Dennis Muilenburg trotzdem fest. So will Boeing nach dem Auslieferungsrekord von 762 Verkehrsjets im Vorjahr im laufenden Jahr nur noch 740 bis 745 Jets an die Kunden übergeben.

Von: ch, gk, dpa, dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Guillaume Faury. Middle of the Market: Airbus will auf Boeing warten

    Seit drei Monaten leitet Guillaume Faury die Airbus-Flugzeugsparte, 2019 könnte er Konzernchef werden. Nun spricht er über die A380-Nachfrage, Personaldiskussionen und ein neues "Middle of the Market"-Modell.

    Vom 01.06.2018
  • Darstellung einer A350-1000 im Flug. Airbus A350: Enge wird Teil des Programms

    Der neue Airbus A350-1000 ist ein großer Twinjet, mit dem die Europäer auch der kommenden Boeings 777-9 Konkurrenz machen wollen. Dafür muss die A350 aber sehr eng bestuhlt werden.

    Vom 07.03.2018
  • Fertigungshalle des Airbus A320 in Tianjin: Bis 2020 will der Flugzeughersteller 184 Maschinen an chinesische Gesellschaften ausliefern. China erleichtert Marktzugang für Flugzeugbauer

    China kündigt an, seinen Markt stärker für ausländische Unternehmen zu öffnen. Hersteller von Autos, Flugzeugen und Schiffen sollen künftig nicht mehr auf inländische Partner angewiesen sein. Davon profitieren auch Airbus und Boeing.

    Vom 17.04.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »