Boeing schraubt 737-Max-Produktion herunter

08.04.2019 - 07:01 0 Kommentare

Eigentlich sollte die Produktionsrate erhöht werden, jetzt muss Boeing aber die Stückzahlen beim Bau der 737 Max herunterfahren. Das betrifft auch Zulieferer. Denn noch ist nicht klar, wie lange das Grounding dauern wird.

Endmontage der Boeing 737 Max im Boeing-Werk Renton im US-Staat Washington. - © © dpa - Ted S. Warren/AP

Endmontage der Boeing 737 Max im Boeing-Werk Renton im US-Staat Washington. © dpa /Ted S. Warren/AP

Nachdem noch nicht absehbar ist, wann die Flugverbote wieder aufgehoben werden können, fährt der US-Hersteller die Produktion seiner Baureihe 737 Max herunter.

Die monatliche Fertigungsrate werde ab Mitte April um fast ein Fünftel von 52 auf 42 Maschinen gedrosselt, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Konzernchef Dennis Muilenburg bezeichnete die Produktionskürzung als "vorübergehende Maßnahme". Bis zum Sommer sollte die Produktion eigentlich auf 57 Maschinen pro Monat klettern.

Das Herunterfahren der Produktion ist gar nicht so einfach. Denn auch Boeing arbeitet bei der Boeing 737 Max mit zahlreichen Zulieferern zusammen. Man habe sich mit Boeing geeinigt, die Produktionsrate bei 52 Maschinen pro Monat zu halten, teilte beispielsweise Spirit Aerosystems mit. Spirit fertigt unter anderem in Kansas den gesamten Rumpf für die 737 und liefert diesen dann per Zug zum Boeing-Werk in Renton.

5000 Bestellungen offen

Nach den Unglücken zweier baugleiche Maschinen vom Typ 737 Max 8 in Indonesien und Äthiopien waren weltweit Startverbote für die 737-Max-Maschinen erlassen worden. Die Flugzeuge können derzeit nicht ausgeliefert werden und es drohen Stornierungen. Zuletzt gab es noch rund 5000 Bestellungen für die 737 Max.

Boeing ist bei der Neuauflage des Erfolgsmodells 737 in wachsender Erklärungsnot: Der ohnehin schon massiv in der Kritik stehende US-Flugzeugbauer hat unlängst ein weiteres Softwareproblem identifiziert. Eine rasche Lösung scheint zumindest nicht in Sicht. Zuvor hatte die "Washington Post" berichtet, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA das neue Problem beanstandet habe. Solange es nicht gelöst sei, werde das 737-Max-Flugverbot nicht aufgehoben.

© ECAA, Lesen Sie auch: Ethiopian-Zwischenbericht bringt Boeing in Erklärungsnot

Wegen der noch nicht abschließend geklärten Unfallursachen und Problemen mit einer Steuerungssoftware ist momentan völlig unklar, wann die 737-Max-Maschinen von den Aufsichtsbehörden wieder in die Luft gelassen werden.

Vorstandschef Dennis Muilenburg hatte nach neuen Erkenntnissen der Flugunfallermittler in Äthiopien so deutlich wie noch nie Probleme mit der Steuerungssoftware MCAS eingeräumt. Es scheine nach dem vorläufigen Ermittlungsbericht zum Absturz in Äthiopien, als ob das Programm durch falsche Sensordaten unnötigerweise eingeschaltet worden sei, teilte Muilenburg am Donnerstag mit.

Von: dh mit dpa
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