Bodenverkehrsdienste-Tarifverhandlungen in Hamburg ohne Ergebnis

06.03.2019 - 13:48 0 Kommentare

Am Flughafen Hamburg bleiben die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste weiter ergebnislos. Verdi und Arbeitgeber konnten sich nicht über Lohnerhöhungen einigen. Nun drohen neue Warnstreiks.

Ein Verdi-Mitglied steht im Hamburger Flughafen. - © © dpa - Georg Wendt

Ein Verdi-Mitglied steht im Hamburger Flughafen. © dpa /Georg Wendt

Die Tarifverhandlungen für die fast 1000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste am Hamburger Flughafen sind am Dienstag ergebnislos geblieben.

Die HAM Ground Handling GmbH, die für die Bereiche Gepäckabfertigung, Flugzeugreinigung und Busverkehr verhandelt, hat nach eigenen Angaben aktuell eine Lohnerhöhung von 7,0 Prozent angeboten.

Das Unternehmen sei bis an die Grenze dessen gegangen, was bei den Bodenverkehrsdiensten wirtschaftlich leistbar ist, teilte Geschäftsführer Christian Noack mit. "Verdi geht es einzig und allein um die größtmögliche Eskalation", warf er den Arbeitnehmervertretern vor.

Trotz der laufenden Verhandlungen verharre die Gewerkschaft auf ihren Forderungen und drohe bereits im Vorfeld mit erneuten Warnstreiks, sogar in den Hamburger Ferien. Verdi fordert für die fast 1000 BVD-Beschäftigten eine monatliche Tariferhöhung von 275 Euro für alle. Der aktuelle Einstiegslohn liege bei 10,76 Euro pro Stunde.

© dpa - Bildfunk, Ralf Hirschberger Lesen Sie auch: Hamburg: Mehr als die Hälfte der Flüge fällt streikbedingt aus

Verdi appelliert derweil an den Mehrheitseigner des Hamburger Flughafens, die Stadt Hamburg, in der laufenden Tarifrunde für das Bodenpersonal Farbe zu bekennen. "Wir erwarten, dass sich die Stadt für die Mitarbeiter in Unternehmen mit ihrer Mehrheitsbeteiligung verantwortlich fühlt", sagte die stellvertretende Verdi-Chefin Sieglinde Frieß.

In einer boomenden Stadt, in der alles teurer werde, sei es unwürdig, mit Bruttoverdiensten von unter 2000 Euro auskommen zu müssen. Verdi forderte die Stadt auf, eine Eskalation des Tarifkonflikts zu verhindern und schloss einen erneuten Warnstreik nicht aus.

"Wir sind über diesen Stil und diese Vorgehensweise schockiert", teilte Noack mit. Er hoffe sehr, "dass wir uns noch mit den Gewerkschaften einigen, ohne unser Geschäftsmodell grundsätzlich in Frage stellen zu müssen." Die monatlichen Löhne inklusive der Zulagen seien schon jetzt vergleichbar mit anderen Branchen wie dem Handwerk oder der Logistikbranche.

Am 4. Februar hatte ein ganztägiger BVD-Warnstreik den Hamburger Flughafen lahmgelegt. Mehr als die Hälfte aller Flüge waren ausgefallen und 50.000 Passagiere vom Ausstand betroffen.

Von: dpa
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