Flughafen-Streik in Berlin geht weiter - Arbeitgeber wollen Schlichtung

14.03.2017 - 16:51 0 Kommentare

Das Bodenpersonal streikt weiter an den Berliner Flughäfen. Die Arbeitgeber sehen nur noch eine Lösungsmöglichkeit. Einige Airlines fliegen derweil Personal ein, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können.

Das Bodenpersonal streikt am Flughafen Berlin-Schönefeld.

Das Bodenpersonal streikt am Flughafen Berlin-Schönefeld.
© dpa - Bildfunk - Ralf Hirschberger

Streikendes Bodenpersonal am Berliner Airport Schönefeld.

Streikendes Bodenpersonal am Berliner Airport Schönefeld.
© dpa - Bildfunk - Ralf Hirschberger

Das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen hat seinen Streik unvermindert fortgesetzt. Wieder fielen fast alle Flüge von und nach Berlin aus. Nach Angaben der Flughafengesellschaft wurden in Tegel wurden mehr als 450 Flüge gestrichen, am kleineren Flughafen Schönefeld waren es etwa 130.

Die Arbeitgeber riefen die Gewerkschaft Verdi zu einer Schlichtung auf. Die Positionen lägen so extrem auseinander, dass dies der einzige Weg zu einer für beide Seiten vertretbaren Lösung sei, sagte ein Sprecher des Forums der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg.

Die Bodenverkehrsdienste in Berlin streiken seit Montag. Im Tarifkonflikt geht es um mehr Geld und bessere Aufstiegschancen für die rund 200 Beschäftigen. Ursprünglich sollten sie am Dienstag die Arbeit wieder aufnehmen, der Streik wurde aber bis Mittwochmorgen verlängert.

Verdi: Keine weiteren Streiks bis Sonntag

Danach werde es erst einmal eine Streikpause geben - und zwar bis Sonntag. "Wir haben uns zu dazu entschlossen, um den Arbeitgebern eine weitere Nachdenkpause zu gewähren", teilte Verdi-Verhandlungsführer Enrico Rümker jetzt mit. Zugleich drohte er, den Beginn möglicher neuer Streiks des Bodenpersonals nicht mehr anzukündigen.

Der Grund sei der Einsatz von Streikbrechern. Laut Verdi versuchte die Fluggesellschaft Ryanair mit eigenem Personal, einen Teil der Flüge abzufertigen. Dazu sei "eigenes Personal aus dem Ausland eingeflogen" worden, das "ohne Sicherheitsüberprüfung" in Schönefeld im Einsatz gewesen sei, kritisierte die Gewerkschaft.

Letzteres wies die Flughafengesellschaft jedoch zurück, genauso wie der irische Low-Cost-Carrier, schreibt die "Welt". "Um weitere Beeinträchtigungen des Flugverkehrs für unsere Kunden zu verhindern, hat Ryanair (einhergehend mit anderen Airlines) eine Anzahl an voll ausgebildeten und befugten Mitarbeitern des Bodenpersonals eingesetzt, um unsere Flugzeuge in Berlin-Schönefeld planmäßig abzufertigen", zitiert das Medium Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs.

© dpa, Gregor Fischer Lesen Sie auch: Verdi-Mitglieder in Berlin stimmen für Streik

Die Gewerkschaft fordert bei einer Tarifvertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals. Die Arbeitgeber boten zuletzt die schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen an - bei einer Laufzeit von drei Jahren.

Das Gesamtvolumen betrage acht Prozent mehr Geld als im Moment ausgegeben werde, betonen die Arbeitgeber. Nach Angaben von Verdi würde ein einfacher Beschäftigter auf dieser Grundlage pro Arbeitsstunde 27 Cent mehr erhalten. Airlines wie beispielsweise Air Berlin oder Ryanair hatten die Streiks kritisiert.

Von: ch, AFP, dpa
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