Bodendienste erwarten Tarifeinigung ohne Streiks

23.01.2019 - 08:37 0 Kommentare

Wie die Sicherheitsdienste verhandeln auch die Bodenverkehrsdienste an den Flughäfen über einen bundesweiten Tarifvertrag. Dabei dürfte es aber friedlicher zugehen - Maximalforderungen stehen bislang nicht im Raum.

Mitarbeiter des Bodenverkehrsdienstes. - © © ABL -

Mitarbeiter des Bodenverkehrsdienstes. © ABL

Während der Tarifkonflikt im Luftsicherheitsbereich bereits zu massiven Warnstreiks geführt hat, ist bei den Bodenverkehrsdiensten an deutschen Flughäfen die Lage deutlich entspannter. Auch dort soll ein bundeseinheitlicher Branchentarifvertrag eingeführt werden.

Die Arbeitgeber rechnen damit, dass es dabei nicht zu Arbeitskämpfen kommen wird. "Solange wir ernsthaft im Dialog bleiben, herrscht Friedenspflicht - das haben wir mit Verdi vereinbart", sagte Thomas Richter gegenüber airliners.de. Er ist Vorstandsvorsitzender des neuen Arbeitgeberverbandes der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL).

Abschluss bis Oktober 2020 angepeilt

Der ABL als Vertreter der privaten Dienste und die VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) haben sich mit Verdi bereits einige Male getroffen - aus formalen Gründen spricht man bislang nicht von Verhandlungen. Die nächsten Termine sind für den 31. Januar und Anfang März anberaumt.

Richter erwartet, dass ein Branchentarifvertrag bis Oktober 2020 zustande kommt. "Viele Tarifverträge laufen zum 30. September 2020 aus", berichtet er.

Die Gewerkschaft will dagegen von einem Zieltermin nichts wissen. "Wir streben an, so schnell wie möglich zu einem Ergebnis zu kommen, da die Situation im Bodenverkehrsdienst eine zeitnahe Lösung erfordert", betont Onno Dannenberg, der Verhandlungsführer für Verdi.

Verdi will keine bundeseinheitliche Vergütung

Die Tarifkommission habe bereits einen Entwurf für den Branchentarifvertrag beschlossen, so Dannenberg. Nähere Angaben zu den Kernforderungen von Verdi macht er nicht.

Nur so viel steht fest: Eine markante Gehaltsforderung wie bei den Sicherheitsdiensten gibt es nicht. "Ein einheitlicher Stundenlohn für alle Beschäftigten wird von uns nicht angestrebt", betont Dannenberg. "Es geht uns um nach den Anforderungen der unterschiedlichen Tätigkeiten und den dafür erforderlichen Qualifikationen differenzierte Löhne, die angemessene Arbeitseinkommen und die Besetzung der Arbeitsplätze im Bodenverkehrsdienst sichern."

Verdi hatte bereits im August 2017 mit den Arbeitgebern vereinbart, dass kein bundesweit einheitlicher Standard bei den Arbeitskonditionen gefordert wird. Ein Eckpunktepapier sieht die "dauerhafte Berücksichtigung regionaler und struktureller Unterschiede" vor. Demnach könnten die angestrebten bundeseinheitlichen Mantel- und Entgeltregelungen "auf Landesebene - bei Bedarf standortbezogen - differenziert werden". Bei den jetzigen Gesprächsrunden kamen die kritischen Punkte wie Vergütung, Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen bislang im Detail allerdings noch nicht auf den Tisch, wie zu hören ist.

© Swissport, Lesen Sie auch: Arbeitgeberverband will Branchenvertrag für Bodendienste

Bei den Bodenverkehrsdiensten in Deutschland sind nach Expertenschätzungen insgesamt rund 40.000 Menschen tätig. Der größte Teil davon arbeitet für die Flughafengesellschaften und deren Töchter. Die im ABL vertretenen privaten Unternehmen Acciona, AHS, Aviapartner, Losch, Swissport Losch und Wisag beschäftigen nach eigenen Angaben rund 10.000 Mitarbeiter. Einen verbindlichen Flächentarifvertrag gibt es bislang nur in Berlin und Brandenburg.

Von: pra
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