Hamburger Verdi-Mitglieder lehnen Komba-Verhandlungsergebnis ab

10.04.2019 - 17:25 0 Kommentare

Der Hamburger Flughafen kann die Tarif-Übereinkunft mit einem Teil der Bodendienst-Mitarbeiter nicht auf die bei Verdi organisierten Angestellten übertragen. Damit steigt die Gefahr von Streiks rund um Ostern.

Ein Flughafenmitarbeiter wirft während einer Verdi-Abstimmung seinen Wahlzettel in eine Wahlurne. - © © dpa - Gregor Fischer

Ein Flughafenmitarbeiter wirft während einer Verdi-Abstimmung seinen Wahlzettel in eine Wahlurne. © dpa /Gregor Fischer

Die Beschäftigten bei den Bodenverkehrsdiensten des Hamburger Flughafens haben das Verhandlungsergebnis zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Arbeitgeberseite mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

Damit wächst vor Ostern wieder die Streikgefahr am Hamburger Flughafen, nachdem der Tarifstreit bereits beigelegt schien. Denn die Gewerkschaft DBB/Komba, in der ebenfalls ein Teil der rund 1000 Mitarbeiter bei den Bodenverkehrsdiensten organisiert ist, hatte dem Verhandlungsergebnis zuvor zugestimmt.

75 Prozent der Verdi-Mitglieder lehnten das Angebot der Arbeitgeber nun allerdings ab, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Dabei geht es um den Zeitpunkt der vereinbarten Tariferhöhung und die Aufstiegsmöglichkeiten in der Tariftabelle.

"Wir haben den Arbeitgeber aufgefordert, sein Angebot nachzubessern", sagte Domenico Perroni von Verdi. Lege die Arbeitgeberseite kein verbessertes Angebot vor, werde es laut Tarifkommission zu weiteren Warnstreiks kommen.

© dpa, Georg Wendt Lesen Sie auch: Flughafen Hamburg: Einigung mit Verdi-Konkurrenzgewerkschaft

Die Arbeitgeberseite wies die Forderung zurück. "Der hart erarbeitete Kompromiss hat unseren wirtschaftlichen Spielraum bereits überschritten", sagte Christian Noack, Geschäftsführer der HAM Ground Handling GmbH. "Dennoch stehen wir zu dieser Einigung." Die neuen Forderungen würden strukturell und finanziell einen Neubeginn der Verhandlungen bedeuten. Die HAM Ground Handling sei ein eigenständiges Unternehmen, das sich selbst tragen müsse.

Eigentlich gilt ein Tarifeinheitsgesetz

Verdi und Komba streiten am Hamburger Flughafen um den Vertretungsanspruch für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste. Dabei ist unklar, welche Gewerkschaft die meisten Mitglieder unter den Mitarbeitern auf sich vereint, denn eigentlich besagt das neue Tarifeinheitsgesetzt, dass nur ein Tarifvertrag gelten kann, und zwar derjenige, dessen Gewerkschaft im Geltungsbereich unter den Mitgliedern die meisten Mitglieder hat.

Tarif-Experte Eckhard Bergmann von Europairs erklärt die Rechtslage: "Im Zweifel muss einer der Tarifpartner vor Gericht ziehen und dort feststellen lassen, wer die meisten Mitglieder hat." Daran habe allerdings keine Seite Interesse, weshalb der Flughafen voraussichtlich versuchen werde, beide Gewekschaften auf einen Vertrag zu ziehen.

Der Tarifkonflikt hatte mehrfach zu massiven Behinderungen und Ausfällen am Hamburger Flughafen geführt. Durch die Komba-Zustimmung würden sich nun aber nicht mehr alle Boden-Mitarbeiter an einem eventuellen Warnstreik beteiligen können.

Von: dk mit dpa
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