Boarding verpasst: Kein Anspruch auf Schadenersatz

07.06.2019 - 14:50 0 Kommentare

Wer eingecheckt ist und das dann trotzdem das Boarding verpasst, hat keinen Anspruch auf Schadensersatz. Denn Reisende haben Mitwirkungspflichten, urteilt das Amtsgericht Frankfurt am Main.

Passagiere warten an einem Schalter. - © © dpa - Daniel Reinhardt

Passagiere warten an einem Schalter. © dpa /Daniel Reinhardt

Noch schnell in den Duty Free Shop, einen Kaffee trinken oder eine Zeitschrift holen - vor einem Flug kann man einiges erledigen. Wer sich aber dabei zu viel Zeit lässt und deshalb den Flug verpasst, ist am Ende selber Schuld. Denn Reisende haben Mitwirkungspflichten, befand das Amtsgericht Frankfurt am Main (Az.:32 C 1560/18 (88)), wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitteilt. Dazu gehört es, rechtzeitig am Flughafen zur Abfertigung und zum Boarding zu erscheinen.

In dem verhandelten Fall hatten die Kläger eine Flugpauschalreise nach Vietnam, Kambodscha und Bangkok gebucht. Sie hatten auch rechtzeitig eingecheckt, waren aber dann zu spät am Boarding-Gate erschienen.

Die Folge: Das Gate war bereits geschlossen. Das Gepäck der Reisenden wurde wieder ausgeladen und sie mussten alle Flüge erneut buchen. Vom Reiseveranstalter wollten die Kläger deshalb Schadenersatz.

Ohne Erfolg: Auch ohne einen expliziten Hinweis müsse es Reisenden klar sein, dass sie rechtzeitig zum Boarding erscheinen müssen, führte das Gericht aus. Die Kläger hätten auch entsprechend beim Check-In nachfragen können.

Nach Ansicht der Richter kommt es nicht darauf an, ob die Flugzeugtür oder die Flugzeugbrücke noch geöffnet waren, da die Fluglinien an feste Annahmeschlusszeiten gebunden sind, um ihre zugewiesenen Startzeiten nicht zu gefährden. Insofern treffe die Kläger ein Mitverschulden an der verweigerten Beförderung. Das sei derart hoch, dass kein Schadensersatzanspruch bestehe.

Von: dpa, br
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Sun-Express-Chef Jens Bischof im Interview mit airliners.de "Ein großer Teil der Konsolidierung ist Rightsizing"

    Interview Sun-Express-Chef Jens Bischof spricht im airliners-de-Interview über die Eurowings-Langstrecke in Frankfurt, die Konsolidierung der Branche und warum er trotz der Germania-Lücken nicht an jedem Regionalflughafen Maschinen stationiert.

    Vom 12.04.2019
  • Leitwerke der Lufthansa Group Airlines. Konsolidierung in Europa: Wettbewerb um jeden Preis?

    Gastbeitrag Die Konsolidierung unter den Fluggesellschaften läuft brutaler denn je. Aber wie zeitgemäß ist die landläufige Vorstellung von Wettbewerb eigentlich, wenn dieser nicht nachhaltig ist, fragt unser Gastautor Daniel Metz.

    Vom 04.04.2019

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus