Billigflieger muss für Spätstart in Hamburg zahlen

28.02.2018 - 09:34 0 Kommentare

Hamburg greift beim Thema Nachtruhe hart durch und lässt einen Billigflieger, der nach Mitternacht gestartet ist, zahlen. Eigentlich dürfen nach 24 Uhr keine Flieger mehr starten.

Blick auf den Hamburger Flughafen bei Nacht. - © © AirTeamImages.com -

Blick auf den Hamburger Flughafen bei Nacht. © AirTeamImages.com

Die Hamburger Umweltbehörde, die auch für den Bereich Lärmschutz verantwortlich ist, hat angekündigt einen Billigflieger aufgrund eines Starts nach Mitternacht zur Kasse zu bitten. Dabei will die Behörde den Gewinn abschöpfen, den die Airline durch den späten Start erzielt hat. Im akuten Fall geht es um einen Betrag von 20.000 Euro. Hamburg wendet diese Praxis zum ersten Mal an.

Mit der Gewinnabschöpfung sollen den Airlines finanzielle Vorteile durch den Spätstart genommen werden. Darunter fallen Einsparungen bei etwaigen Übernachtungskosten für Fluggäste oder mögliche Schadensersatzzahlungen. Die Behörde erhofft sich, Verspätungen durch dieses Mittel zukünftig zu reduzieren.

Nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" handelt es sich bei dem Billigflieger um den britischen Low-Cost-Carrier Easyjet. Konkret soll es um einen Flug nach Mailand gehen, der Ende Juli vergangenen Jahres ohne die nötige Ausnahmegenehmigung nach Mitternacht gestartet sei.

Kapazitäten am Airport Hamburg
0
Eurowings 29.7
Lufthansa 17.9
Ryanair 9.1
Condor 4.9
Easyjet 3.9
Restliche Airlines 34.5

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten am Flughafen Hamburg im kommenden Sommerflugplan. "Restliche Airlines" sind jene mit einem Anteil von weniger als je drei Prozent. Angaben gerundet. Quelle: ch-aviation, Stand: 27. Februar 2018

Spätstarts nur mit Ausnahmegenehmigung

Am Hamburger Airport gelten strenge Nachtflugbeschränkungen. So dürfen Flüge in der Zeit von null bis sechs Uhr nur mit einer Ausnahmegenehmigung starten. Diese Genehmigung können die Airlines direkt bei der zuständigen Umweltbehörde beantragen. Das sei auch nachts möglich, wie der Flughafen gegenüber airliners.de bestätigte

Fluglärm beschäftigt Hamburg schon länger

Die Lärmbelästigung am Flughafen durch verspätete Flugzeuge in der Nacht hatte bereits mehrfach für Konflikte gesorgt. Im vergangenen Dezember hatte eine Initiative der Fluglärmschutzkommission sich ohne Erfolg dafür eingesetzt, dass verspätete Flugzeuge nur noch bis 23.30 Uhr in Hamburg-Fuhlsbüttel landen dürften.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Hamburg streitet weiter über Fluglärm

Auch im vergangenen Herbst hatte es bereits Bestrebungen gegeben, das Nachtflugverbot zu verlängern. Weniger Verspätungen könnten also für Beschwichtigung sorgen. "Es gab im vergangenen Jahr mehr als 1000 Verspätungen nach 23 Uhr, gerade die Verletzungen der Nachtruhe nach Mitternacht sind dabei ein besonderes Ärgernis und nur in sehr wenigen Ausnahmefällen zu akzeptieren", sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Von: br mit Material von dpa
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