Ryanair wird zur Airline-Gruppe

04.02.2019 - 10:54 0 Kommentare

Nach dem ersten Quartalsverlust seit 2013 kündigt Ryanair eine Umstrukturierung an: Die vier Tochtergesellschaften werden künftig in einer Holding organsiert - mit Airline-Chef O'Leary an der Spitze.

Flugzeuge von Ryanair. - © © dpa - Virginie Lefour/BELGA

Flugzeuge von Ryanair. © dpa /Virginie Lefour/BELGA

Der Billigflieger Ryanair will mit einer neuen Konzernstruktur Kosten sparen. Innerhalb der kommenden zwölf Monate soll der zu einer Airline-Gruppe umgebaut werden, kündigte das Unternehmen im Rahmen der Quartalsergebnisse an. Die künftige Struktur sei "der von IAG nicht unähnlich", orientiert sich also an der British-Airways-Mutter und anderen Airline-Konzernen wie Lufthansa Group und Air France/KLM.

Neben der irischen Fluggesellschaft Ryanair DAC gehören der Gruppe Lauda Motion in Österreich, Ryanair Sun in Polen und Ryanair UK in Großbritannien an. Alle sollen von eigenen Management-Teams mit einem CEO an der Spitze geführt werden.

Irische Ryanair bekommt eigenen CEO

Die Leitung der Gruppe übernimmt Airline-Chef Michael O'Leary. Dafür hat er einen Fünf-Jahres-Vertrag bis Juli 2024 unterzeichnet. O'Learys bisherige Position bei der irischen Airline Ryanair DAC soll im Laufe des Jahres ein anderer CEO übernehmen.

Man erwarte von der Gruppenstruktur mehr Effizienz bei den Kosten und im Flugbetrieb. Die Dachgesellschaft werde sich auf Kapitalzuweisung, Kostenreduzierung und Flugzeugeinkauf. Auch weitere Airline-Zukäufe "in kleinem Umfang" seien vorgesehen.

Vor kurzem hatte O'Leary erklärt, man plane in den nächsten Jahren ein bis zwei weitere Übernahmen. "Wenn sich kleinere Gelegenheiten wie bei Lauda Motion ergeben würden", werde man sie ergreifen.

Verluste wegen Preiskämpfen

Ryanair gab am Montag den ersten Quartalsverlust seit 2013 bekannt. In den Monaten Oktober bis Dezember 2018, dem dritten Quartal im Geschäftsjahr, erzielte die Airline einen Nettoverlust von 19,6 Millionen Euro. Als Grund wurde der Preisdruck durch den starken Konkurrenzkampf angegeben, daneben schmälerten höhere Personalkosten und Kerosinpreise sowie Ersatzzahlungen wegen der EU-Fluggastrechte. Ein höheres Passagieraufkommen sowie Kostensenkungen konnten dieses Minus nicht ausgleichen. O'Leary nannte die Zahlen "enttäuschend".

Quartalszahlen

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres (September bis Dezember 2018) schrieb Ryanair einen Nettoverlust von 19,6 Millionen Euro gegenüber einem Gewinn von 105,6 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 1,41 Milliarden Euro, die Zahl der gebuchten Passagiere um acht Prozent auf 32,7 Millionen Euro. Die Tochtergesellschaft Lauda Motion wurde in den Geschäftszahlen nicht berücksichtigt - sie machte in dem Quartal einen Verlust von 47 Millionen Euro.

Zudem warnte Ryanair, dass die Fluggesellschaft bei einem weiteren Rückgang der Preise auch die erst jüngst reduzierten Jahresziele möglicherweise nicht erreicht. Aktuell wird mit einem Nettogewinn zwischen 1,0 und 1,1 Milliarden Euro gerechnet. Das wäre ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017/2018, als 1,45 Milliarden Euro Nettogewinn verbucht wurden.

Für den Sommer 2019 erwartet Ryanair weiterhin ein niedriges Preisniveau und Überkapazitäten im europäischen Flugmarkt. Grund dafür seien die gesunkenen Ölpreise und damit die gestiegenen Überlebenschancen von finanziell angeschlagenen Airlines.

Geringeres Minus bei Lauda Motion

Nicht eingerechnet in das prognostizierte Jahresergebnis sind die Startkosten bei der neuen Tochtergesellschaft Lauda Motion. Der Verlust im ersten Betriebsjahr werde bei der Niki-Nachfolgerin voraussichtlich 140 Millionen Euro betragen und damit rund zehn Millionen weniger als bisher veranschlagt. Das habe man durch Verbesserungen im Flugplan, bei Tarifen und Kosten erreicht.

Im zweiten Jahr erwarte man einen deutlich geringeren Verlust von maximal 50 Millionen Euro, spätestens im dritten Jahr soll der österreichische Ableger profitabel werden.

Von: pra mit Material von AFP und dpa
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