Billigflieger drängen verstärkt auf Flughäfen in den Ballungszentren

06.09.2016 - 14:22 0 Kommentare

Der Boom von Ryanair & Co. hält nach Einschätzung der Deutschen Flugsicherung (DFS) weiter an, und das besonders an Flughäfen wie Köln-Bonn, Stuttgart oder Bremen. Für 2016 rechnet die DFS mit 2,3 Prozent mehr Flugbewegungen als im Vorjahr.

Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung © dpa /Frank Rumpenhorst

Der Luftverkehr in Deutschland wird in den kommenden Jahren vor allem wegen der Billigflieger wachsen. Fluggesellschaften wie Ryanair, Easyjet oder Wizz drängten auf Flughäfen in den Ballungszentren, sagte der Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle, in Langen bei Frankfurt. Mit zusätzlichen Angeboten wachsen die Billiganbieter schneller als Lufthansa oder die kriselnde Air Berlin. Die höchsten Wachstumsraten auf dem deutschen Markt traut die DFS aber den staatlichen Airlines aus der Türkei und dem Nahen Osten zu.

Bedeutung der großen Drehkreuze stagniert

Die Entwicklungen übertragen sich auch auf die deutschen Flughäfen: Die Bedeutung der großen Drehkreuze stagniert nach Ansicht der DFS. Zwar seien mit München und Düsseldorf zwei große Flughäfen gewachsen, das größte Drehkreuz Frankfurt allerdings nicht. Wegen der Zunahme der Billigflüge gebe es deutliche Zuwächse bei Flughäfen in Ballungszentren. Dazu gehören beispielsweise Berlin, Stuttgart, Bremen, Nürnberg oder Köln-Bonn.

Weniger Starts und Landungen seien hingegen an Regionalflughäfen zu erwarten. Zu dieser Gruppe zählen zum Beispiel Hahn, Kassel-Calden oder Paderborn.

Unter dem Verkehrswachstum anderer Länder

Für das laufende Jahr erwartet die DFS im deutschen Luftraum rund 3,097 Millionen lotsenkontrollierte Flugbewegungen und damit eine Steigerung um 2,3 Prozent zum Vorjahr. Im ersten Halbjahr waren sogar 2,8 Prozent mehr Starts, Landungen und Überflüge registriert worden, allerdings mit dem durch das Schaltjahr bedingten Sondereffekt eines zusätzlichen Verkehrstags am 29. Februar. Deutschland blieb damit allerdings deutlich unter dem Verkehrswachstum in Spanien, Großbritannien oder den Niederlanden.

© dpa, Jan Woitas Lesen Sie auch: DFS zählt erstmals wieder mehr als drei Millionen Flüge

Die aktuellen Steigerungsraten werden sich künftig nicht halten lassen, erklärte die DFS in ihrer Prognose bis 2022. Deutlich wahrscheinlicher seien Steigerungsquoten von durchschnittlich 1,0 Prozent, was am Ende des Zeitraums zu 3,3 Millionen Flugbewegungen führen würde. Der Anteil der Inlandsflüge von gegenwärtig rund zehn Prozent werde dabei eher zurückgehen, während es in der Tendenz mehr Überflüge geben werde.

Von: dpa, gk
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