Billigflieger Easyjet hat Interesse an Heathrow

21.06.2018 - 08:08 0 Kommentare

Gatwick, Luton, Stansted, Southend und bald auch Heathrow? Easyjet nimmt den nächsten Londoner-Airport ins Visier. Der Low-Cost-Carrier stellt aber auch ganz klare Bedingungen für sein Engagement.

Ein Passagier im neuen Terminal 2 des Flughafens London-Heathrow. - © © dpa - EPA/Andrew Cowie

Ein Passagier im neuen Terminal 2 des Flughafens London-Heathrow. © dpa /EPA/Andrew Cowie

Der Fokus beim Netzausbau liegt für Easyjet aktuell ganz klar auf Berlin, doch auch die Heimat Großbritannien spielt in Überlegungen eine große Rolle: Denn der Low-Cost-Carrier hat sich für die Erweiterung des Airports London-Heathrow ausgesprochen und will danach auch sein Engagement am größten Flughafen der britischen Hauptstadt aufnehmen, sagte eine Sprecherin des Billigfliegers zu airliners.de.

Bislang fliegt Easyjet in London die Airports Gatwick, Luton, Southend und Stansted an. Gatwick ist mit 64 stationierten Flugzeugen die größte Basis im Easyjet-Netzwerk.

Easyjet ab London
Angaben in Prozent
Gatwick 62.8
Luton 24.6
Stansted 9.2
Southend 3.4

Die Grafik zeigt die Verteilung der im Sommerflugplan angebotenen Easyjet-Kapazitäten ab Londoner Airports. Quelle: ch-Aviation

Easyjet geht davon aus, dass die Ticketpreise in Heathrow auf europäischen Verbindungen durch ihr Eingreifen um bis zu 30 Prozent sinken könnten. Dies liegt daran, dass das Geschäftsmodell der Briten deutlich weniger Kosten pro Passagier verursacht - "und Heathrow wäre keine Ausnahme. Die niedrigen Kosten liegen in der DNA von Easyjet."

Aber nicht nur für die Passagiere hätte das Engagement von Easyjet in Heathrow deutliche Vorteile, auch sehe man für die heimisches Infrastruktur gute Anknüpfungspunkte: "Wichtige wirtschaftliche Vernetzungen zum einzigen Drehkreuzflughafen Großbritanniens könnten mit der Heathrow-Operation einhergehen."

Keine Low-Cost-Alternativen bei Heathrow-Strecken

Bislang sei den Fluggästen eine Billigflieger-Alternative auf vielen Routen verwehrt geblieben, bemängelt der Low-Cost-Carrier: "Die Strecken werden heute weiterhin von teuren, ineffizienten Fluggesellschaften dominiert."

Als Vorteile benennt der Low-Cost-Carrier den Einsatz eines Flugzeugtyps, "den wir zu einem sehr wettbewerbsfähigen Preis kaufen und den alle Piloten, Besatzungsmitglieder und Ingenieure bedienen können."

Flotte von Easyjet
Flugzeuge
A319-100 121
A320-200 152
A320-200neo 6
A321-200 1
BAe 146-200 3
Bestellte
Maschinen (A320-Familie)
130

Quelle: ch-Aviation

Easyjet fliegt aktuell ausschließlich mit Flugzeugen von Airbus' A320-Familie und hat beim Flugzeugbauer noch einmal 130 Maschinen des Typs bestellt - der Großteil sind Jets der sprittsparenderen Neo-Reihe.

Strategiechef: Easyjet kann Heathrow

Immer wieder bemängeln Beobachter, dass Heathrow schlicht zu groß für die sehr auf kurze Standzeiten getrimmte Easyjet-Operation ist. "Billigflüge mit kurzen Wegen für die Passagiere sind in Heathrow möglich", sagt Strategiechef Robert Carey.

Allerdings brauche es die geplante Erweiterung von Heathrow: "Der Flughafen muss für verstärkten Wettbewerb geöffnet werden." Auch im Langstreckensegment würden dadurch Vorteile generiert.

© AirTeam Images, Simone Ciaralli Lesen Sie auch: "Worldwide“ von Easyjet wächst weiter

Bislang setzt Easyjet im interkontinentalen Segment auf seine Billigflieger-Allianz "Worldwide". So können Fluggäste seit vergangenem Jahr unter anderem in Amsterdam und Paris Charles de Gaulle auf Langstrecken-Flüge anderer Airlines umsteigen - unter anderem auf die der finanziell angeschlagenen Norwegian.

Von: cs
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