Billigflieger bauen ihr Angebot in Deutschland weiter aus

16.05.2017 - 15:00 0 Kommentare

Noch nie haben Low-Cost-Carrier in einem Winterflugplan so viele Strecken ab Deutschland angeboten. Das geht aus einer DLR-Studie hervor. Marktführer ist weiterhin eine deutsche Airline.

Das DLR untersucht die Aktivitäten der Low-Cost-Carrier wie Eurowings. Foto: © dpa, Oliver Berg

Noch nie haben Billigflieger in einem Winterhalbjahr so viele Strecken angeboten. Das geht aus dem aktuellen Low-Cost-Monitor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervor. Für die Studie wurde eine Januarwoche herangezogen, gezählt wurden 518 Strecken. Im Vergleichsmonat von 2016 waren es noch 83 weniger.

Das Streckenwachstum ist laut DLR vor allem auf Ryanair zurückzuführen. Für den irischen Billigflieger ist Deutschland derzeit ein wichtiger Markt, die Airline will hierzulande wachsen.

Eurowings (inkl. Germanwings) hat laut Studie weiterhin das größte Low-Cost-Angebot bei Flügen in und ab Deutschland. Deren Marktanteil beträgt 50 Prozent. Bei Ryanair und Easyjet sind es 22 beziehungsweise elf Prozent. Insgesamt wurden 18 Fluggesellschaften analysiert. Fünf davon vereinen derzeit rund 90 Prozent der Low-Cost-Marktanteile in Deutschland auf sich.

Marktanteile der Low-Cost-Carrier in Deutschland (nach Abflügen)
in Prozent
Eurowings/Germanwings 50.2
Ryanair 21.5
Easyjet 11.2
Wizz Air 4.4
Flybe 3.3
restliche Airlines 9.4

Marktanteile der vom DLR betrachteten Fluggesellschaften mit Low-Cost-Angeboten in Deutschland (nach Anzahl der Abflüge in einer Januarwoche 2017). Quelle: DLR

Der direkte Wettbewerb unter den Billigfliegern ist jedoch relativ gering. Nur auf rund 100 der 518 Strecken konkurrieren zwei oder mehr Low-Cost-Airlines. Das entspricht 19 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es 15 Prozent - der Wettbewerb hat also etwas zugenommen.

Das ist aus Sicht des DLR neben den niedrigen Ölpreisen auch ein Grund für sinkende Ticketpreise. In diesem Winter zahlt ein Passagier für einen einfachen Flug zwischen 44 und 105 Euro. Vorher waren es noch zwischen 64 und 107 Euro.

Laut DLR machen Low-Cost-Verbindungen rund ein Viertel aller Flüge ab Deutschland aus. Knapp 30 Prozent der Billigflüge wiederum sind laut DLR innerdeutsche Flüge. Dahinter folgen Verbindungen nach Großbritannien und Spanien. Aber auch osteuropäische Länder wie Rumänien, Ungarn oder Bulgarien würden zunehmend häufiger angeflogen, hieß es. "Durch die Langstreckenangebote von Eurowings haben auch die USA, Thailand oder Mittelamerika weiter an Bedeutung gewonnen."

Air Berlin nicht mehr im Low-Cost-Monitor genannt

Die vom DLR betrachteten Fluggesellschaften werden nicht aufgrund ihres Geschäftsmodells identifiziert, sondern sind solche, "die eine hohe Anzahl von Angeboten im Niedrigpreissegment des Gesamtmarktes aufweisen". Air Berlin - bis vor einem Jahr im Low-Cost-Monitor genannt - werde aufgrund des tiefgreifenden Umbaus in der aktuellen Studie nicht mehr betrachtet, hieß es.

Die Studien-Ergebnisse basieren auf Daten einer Referenzwoche im Januar 2017. Abgefragt wurden Preise für Buchungen drei Monate im Voraus sowie einen Monat, eine Woche und einen Tag vor dem Abflug. Der Bericht des DLR erscheint seit 2006 immer im Herbst und Frühling eines Jahres.

Der aktuelle Low-Cost-Monitor ist online verfügbar (PDF, 18 Seiten)

Von: ch
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