Bilanz: Condor schiebt Thomas Cook an

22.11.2017 - 16:25 0 Kommentare

Mehr Umsatz, mehr Gewinn und weniger Schulden: Thomas Cook legt im abgelaufenen Geschäftsjahr zu - und führt dies auch auf die Entwicklung bei Condor zurück. Die Tochter ist wieder in der Gewinnzone.

Thomas-Cook-Konzernchef Peter Frankhauser.

Thomas-Cook-Konzernchef Peter Frankhauser.
© Thomas Cook Group

Boeing 767 der Condor.

Boeing 767 der Condor.
© AirTeamImages.com - Ralf Meyermann

Condor hat der Thomas Cook Group im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 30. September) einen kräftigen Schub gegeben. Dies sagte Konzernchef Peter Fankhauser nun bei der Bilanzpräsentation in London. Der Umsatz der Gruppe stieg um 15,3 Prozent auf umgerechnet rund 10,2 Milliarden Euro.

Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stieg im Vorjahresvergleich um 9,4 Prozent auf umgerechnet etwa 372 Millionen Euro. Der operative Cash-Flow, also der Mittelzufluss aus dem Kerngeschäft stieg um 23,1 Prozent auf umgerechnet rund 672 Millionen Euro. Gleichzeitig reduzierten sich auch die Nettokreditverschuldung, also die Finanzschulden abzüglich der Barmittel, von 138 auf 45 Millionen Euro.

Starke Fokussierung auf Spanien

Der Konzern verzeichnete zudem eine starke Verlagerung auf das Geschäft nach Spanien. Über 40 Prozent der bei der Thomas Cook Group gebuchten Reisen ging nach Spanien. Dies hätten auch die dortigen Hoteliers gemerkt und die Preise erhöht, weswegen die Group dort weniger verdiente. Die Bruttomarge fiel um rund 1,3 Punkte auf 22,1 Prozent.

Die Buchungen für den Winter seien "wie erwartet", so Fankhauser. Rund 60 Prozent des Programms ist verkauft. Dies seien ungefähr fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Deutschland liege leicht unter diesem Wert (plus zwei). Auch der Sommer sei bereits "gut" angelaufen. Gerade die Nachfrage nach Türkei- und Ägypten-Reisen seien "sehr stark".

Ergebnis von Condor legt um über 200 Prozent zu

Der Anteil, den das Airline-Geschäft am Gesamtergebnis machte, nahm im Vorjahresvergleich um sechs Prozentpunkte ab. Gleichzeitig stieg vor allem der Anteil der Hotel-Sparte (plus zwölf) und der IT (plus vier).

Die deutsche Condor, die nur noch als Group Airline gezählt wird, legte zu: Das Ebit stieg von umgerechnet rund -11,3 auf 13,5 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 21,4 Prozent auf umgerechnet etwa 1,7 Milliarden Euro.

Obwohl die deutsche Thomas-Cook-Airline beim Poker um die insolvente Air Berlin bislang wohl leer ausging, hat sich Condor Branchenkennern zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr vom Sorgenkind innerhalb des Konzerns zu einem rentablen Teil der Gruppe entwickelt.

Condor steigt in die die Air-Berlin-Langstrecken-Lücken

Auch preschte Condor im Gleichschritt mit Eurowings in die Langstreckenlücke der Air Berlin in Düsseldorf vor und bietet seit Anfang des Monats Karibikrouten ab dem NRW-Airport an. Zum Einsatz kommt Fluggerät von Air Transat.

Auch im Spanien-Geschäft will sich der Reisekonzern neu aufstellen. Dies könnte an den gestiegenen Spanien-Buchungszahlen liegen. Dort gründete die Thomas Cook Group vor Kurzem die Thomas Cook Balearic.

Diese soll unter anderem für Condor Kurz- und Mittelstreckenflüge durchführen und somit hinzugemietete Kapazitäten bei Subchartern ersetzen:

© AirTeamImages.com, Rudi Boigelot Lesen Sie auch: Thomas Cook gründet neue Airline auf Mallorca

Hinweis: Die Thomas-Cook-Group hat mit Vorlage der Jahresbilanz dies Berichtsweise geändert, sodass alle Konzern-Airlines zusammengefasst dargestellt wurden und lediglich hinsichtlich ihrer geografischen Lage (beispielsweise "Nothern European") abgeleitet werden können.

Von: cs
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