Bieterverfahren für insolvente Niki läuft erneut

12.01.2018 - 16:08 0 Kommentare

Die Lage im juristischen Streit um die Niki-Insolvenz wird immer undurchsichtiger: Das österreichische Landesgericht Korneuburg leitet ein weiteres Insolvenzverfahren ein und ordnet ein neues Bieterrennen an. Experten sind überrascht.

A319 von Niki in Innsbruck - © © AirTeamImages.com - Danijel Jovanovic

A319 von Niki in Innsbruck © AirTeamImages.com /Danijel Jovanovic

Das österreichische Landesgericht Korneuburg hat das Insolvenzverfahren für die Air-Berlin-Tochter Niki eingeleitet. Gleichzeitig sei der Antrag der Airline-Spitze auf ein Sekundärinsolvenzverfahren abgelehnt worden, sagte ein Sprecher der Kammer zu airliners.de.

Wie der Sprecher mitteilte, laufe nun erneut ein Bieterverfahren für den Ferienflieger. Die Angebotsfrist ende am kommenden Freitag (19. Januar). Die Hoffnung sei, so ist aus Justizkreisen zu hören, dass Niki komplett verkauft werden kann.

Laut des vorläufigen Niki-Insolvenzverwalter aus Deutschland, Lucas Flöther, verstoße die österreichische Entscheidung gegen die Europäische Insolvenzordnung (EUInsVO). Niki werde "nun die zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte prüfen".

Justizexperten sind "überrascht"

Justizexperten finden das Vorgehen des österreichischen Gerichts "überraschend": Offenbar sei im Verkaufsverfahren der Niki-Assets an Vueling "nicht das Optimum erreicht worden", heißt es. "Dass die Entscheidung des österreichischen Insolvenzrichters bereits jetzt so ausfällt, verwundert sehr."

Die Entscheidung Korneuburgs geht zurück auf einen Antrag des Fluggastrechteportals "Fairplane", das als Hauptaktionspunkt Nikis Österreich sieht. Um zu vermeiden, dass der Niki-Verkauf erneut aufgerollt werden muss, hatte die Airline-Geschäftsführung am Donnerstag einen Antrag auf ein Sekundärinsolvenzverfahren in Österreich gestellt. Der Verkauf des Ferienfliegers sollte weiter am deutschen Verfahren behaftet bleiben.

© AirTeamImages.com, Danijel Jovanovic Lesen Sie auch: Niki-Verkauf kann wohl nicht für Air-Berlin-Kredit genutzt werden

Bislang war ausgemachte Sache, dass die österreichische Unterfirma Anisec des IAG-Billigfliegers Vueling für 20 Millionen Euro Teile der Niki übernimmt. Weitere rund 17 Millionen Euro sollten in den Fortbetrieb der österreichischen Airline investiert werden. Der Deal kann erst nach Eröffnung des Hauptverfahrens vollzogen werden.

Von: cs
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