Kunden dürfen von gebuchter Flugreihenfolge abweichen

BGH kippt Teilstrecken-Klausel

29.04.2010 - 17:51 0 Kommentare

Flugtickets bleiben auch dann gültig, wenn der Reisende den Hinflug oder eine Teilstrecke nicht antritt. Der Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe hat am Donnerstag eine Klausel für unzulässig erklärt, wonach Kunden die gebuchten Flüge nur in der im Flugschein angegebenen Reihenfolge nutzen durften.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Rechte der Verbraucher bei Flugreisen gestärkt. Die Kunden dürfen laut einem am Donnerstag verkündeten Urteil von der gebuchten Flugreihenfolge abweichen. Das Gericht erklärte damit Regelungen für unwirksam, wonach Flugtickets insgesamt verfallen, wenn sie nicht in der gebuchten Reihenfolge genutzt werden. (AZ: Xa ZR 5/09)

Fluggesellschaften wollen mit solchen Klauseln (Teilstrecken Coupons) verhindern, dass Tickets für Flüge mit Zwischenlandung - etwa ein Fernflug mit Zubringerflug - nur für die zweite Teilstrecke (Fernflug) genutzt werden. Dazu besteht beispielsweise dann ein Anreiz, wenn der Preis für beide Flüge zusammen niedriger ist als der Preis, der bei Buchung nur des Fernflugs verlangt wird.

Die Klausel soll ferner ausschließen, dass Fluggäste bei günstig angebotenen Hin- und Rückflügen die Tickets der einzelnen Flüge anders als vorgesehen kombinieren oder nur für Teilstrecken nutzen und so zu einem geringeren Preis fliegen, als wenn sie von vornherein die tatsächlich geflogene Strecke gebucht hätten.

Der BGH wies jedoch darauf hin, dass die Fluggesellschaften ihre Interessen weiterhin wahren könnten. Denn eine Ausnahme besteht, wenn der Kunde schon bei der Buchung plant, eine Teilstrecke verfallen zu lassen - um so einen günstigeren Preis zu erzielen. Um dies zu vermeiden, müssten die Fluggesellschaften nach Ansicht der Karlsruher Richter allerdings nur ihre Geschäftsbedingungen etwas anders fassen.

Die mit den Klagen der Verbraucherzentrale befassten Oberlandesgerichte hatten zuvor die Gültigkeit der Klauseln unterschiedlich beurteilt. Das OLG Köln hat sie für wirksam, das OLG Frankfurt am Main für unwirksam gehalten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband wehrte sich dagegen und erzielte nun in letzter Instanz die Grundsatzentscheidung.

Von: AFP, ddp
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