Betriebsrat klagt gegen Lufthansa-Leiharbeit

08.02.2012 - 16:48 0 Kommentare

Die Personalvertretung der Lufthansa sieht beim geplanten Einsatz von Leih-Arbeitern in der Kabine ihre Mitbestimmungsrechte verletzt und hat beim Arbeitsgericht Klage eingereicht. Auch die Kabinengewerkschaft UFO will in den nächsten Tagen Klage einreichen.

Lufthansa-Fahnen wehen vor dem Flughafen Frankfurt - © © dpa, F. Rumpenhorst -

Lufthansa-Fahnen wehen vor dem Flughafen Frankfurt © dpa, F. Rumpenhorst

Der geplante Einsatz von Leih-Stewardessen in Lufthansa-Jets wird gerichtlich überprüft. Die Personalvertretung der Fluggesellschaft sieht ihre Mitbestimmungsrechte verletzt und hat daher eine Unterlassungsklage beim Arbeitsgericht Frankfurt eingereicht. Eine erste Anhörung sei für den 15. Februar angesetzt, berichtete am Mittwoch der Lufthansa-Betriebsrat Alexander Behrens, der gleichzeitig Sprecher der Kabinengewerkschaft UFO ist. Die Gewerkschaft werde ebenfalls in den kommenden Tagen Klage einreichen, kündigte er an.

Die Lufthansa will mit Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens ihr Angebot aus Berlin deutlich ausweiten und setzt dabei auf günstigere Kostenstrukturen. Dazu ist nach gescheiterten Verhandlungen mit UFO der Einsatz von externen Flugbegleitern zu geringeren Gehältern geplant. Laut Behrens läuft bereits die Rekrutierung für die Zeitarbeitsfirma «Aviation Power». Die Mitarbeiter in Lufthansa-Jets müssten aber vom Lufthansa-Betriebsrat vertreten werden. Man sehe zahlreiche Verstöße gegen die Mitbestimmung, aber auch gegen gültige Tarifverträge.

Die Gewerkschaft Verdi, die ebenfalls Lufthanseaten vertritt, hat noch nicht über eine eigene Klage gegen Lufthansa wegen des geplanten Leiharbeiter-Einsatzes entschieden. Es stehe noch ein rechtliches Gutachten aus, erklärte ein Sprecherin auf Anfrage in Berlin.

Von: dpa
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