Wowereit: Derzeit keine neuen Erkenntnisse Betreiber sieht neuen BER-Termin nicht gefährdet

21.06.2012 - 15:32 0 Kommentare

Kurz vor der Aufsichtsratssitzung brodelt die Diskussion über den BER-Eröffnungstermin. Können die Flieger ab 17. März von Schönefeld abheben? Die Flughafengesellschaft und Wowereit sagen, sie hätten bislang nichts anderes gehört.

Der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), besichtigt am 04.08.2011 die Baustelle des Flughafens Berlin Brandenburg. - © © dpa - Jörg Carstensen

Der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), besichtigt am 04.08.2011 die Baustelle des Flughafens Berlin Brandenburg. © dpa /Jörg Carstensen

Der Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen im März ist aus Sicht der Flughafengesellschaft nicht gefährdet. «Nach unserer Einschätzung genügen sechs Monate Bauzeit, um auch Mängel zu verfolgen und zu beseitigen», sagte Sprecher Ralf Kunkel am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. «Grundsätzlich nehmen wir die Äußerungen des Landkreises ernst.» Nach der Verschiebung des Termins für die Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld ist der 17. März 2013 geplant - dies hatte die Genehmigungsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald am Mittwoch aber infrage gestellt.

Weil der Flughafen die Probleme unter anderem mit dem Brandschutz derzeit nicht in den Griff bekomme, habe Baudezernent Carl-Heinz Klinkmüller «vorsorglich seine Bedenken zum Betriebsaufnahmetermin am 17.03.2013» mitgeteilt. Dem Statusbericht der Sachverständigen sei zu entnehmen, «dass sich nicht hinreichend mit der Mängelverfolgung und -beseitigung auseinandergesetzt wurde». Kunkel sagte am Donnerstag: «Wir werden die Gespräche mit dem Landkreis fortsetzen.»

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) reagierte skeptisch auf Spekulationen über eine erneute Verschiebung der Eröffnung des Hauptstadtflughafens. «Ich habe keine Erkenntnisse zurzeit, dass dieser Termin nicht steht», sagte Wowereit am Donnerstag am Rande des Baubeginns für das Berliner Stadtschloss.

Wowereit, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft ist, sagte: «Die Äußerungen des Landratsamtes Dahme-Spreewald waren ja nicht gerade substanziiert.» Der Aufsichtsrat tagt an diesem Freitag. Auf Nachfrage, ob bei der Sitzung ein anderer Termin genannt werden könnte, sagte Wowereit: «Wir werden morgen beraten.»

Ende Mai hatte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) den geplanten Eröffnungstermin als «ehrgeizig» bezeichnet. Der Regierungschef zeigte sich aber überzeugt davon, dass der Termin eingehalten werden könne.

Wowereit räumte am Donnerstag ein: «Spekulationen wird es lange geben. Das wissen wir. Die Glaubwürdigkeit ist beschädigt.» Deshalb gehe es nicht darum, zu spekulieren, sondern «hart daran zu arbeiten, dass dieser Termin gehalten wird. Die Firmen werden sich bekennen müssen. Wir werden das überprüfen. Und dann wird man auch Aussagen machen können».

Der Aufsichtsratsvorsitzende kündigte Maßnahmen zur Sicherung des Starttermins an. Denn die verschobene Eröffnung vom 3. Juni habe ja gezeigt, «dass bis zum Schluss offensichtlich Irrtümer vorhanden waren, ob dieses Projekt sich zu dem Termin verwirklichen lässt oder nicht. Deshalb müssen wir eine besondere Sorgsamkeit über die Termingestaltung haben», sagte Wowereit.

Die Fraktionschefin der Berliner Grünen, Ramona Pop, forderte am Donnerstag im RBB-«Inforadio» die Flughafengesellschaft auf, die Bedenken der Behörden ernst zu nehmen. Die Beteiligten hätten wohl den Überblick über die Flughafenbaustelle verloren. «Anders ist nicht zu erklären, dass es der Brandschutz, der seit Dezember 2010 als riesen Problem bekannt war, nicht auf die Risikoliste des Flughafens geschafft hat.» Der Aufsichtsrat müsse sich zum 17. März bekennen.

Von: dpa
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