Während die Gewerkschaften streiken

Berlusconi träumt von Lufthansa und Air France

17.09.2008 - 17:33 0 Kommentare

Die italienische Regierung denkt zur Rettung der vom Aus bedrohten Fluggesellschaft Alitalia über Partnerschaften mit Lufthansa oder Air France nach. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi habe dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy bestätigt, dass er eine der beiden Fluglinien "zu gegebener Zeit" als Geschäftspartner wolle, teilte das französische Präsidialbüro am Dienstagabend mit. Derweil musste Alitalia am Mittwoch wegen eines Streiks etliche Flüge streichen.

Silvio Berlusconi - © © dpa -

Silvio Berlusconi © dpa

Berlusconi habe betont, dass er derzeit keines der beiden Unternehmen dem anderen vorziehe und dass noch alles "offen" sei. Der italienische Regierungschef hatte am Montag im italienischen Fernsehen gesagt, dass er sich "in Richtung Lufthansa" umschaue.

Erst im April dieses Jahres hatte Air France/KLM ihr erstes Übernahmeangebot für Alitalia endgültig zurückgezogen. Damals war eine Übernahme an zu hohen Forderungen der italienischen Gewerkschaften gescheitert. Unter den neuen Umständen einer konsolidierten Alitalia hatte der niederländisch-französische Konzern aber Ende August wieder Interesse an einer Minderheitsbeteiligung geäußert. Auch Lufthansa und British Airways erwägen, sich wieder an Alitalia zu beteiligen.

Heute 40 Flugausfälle wegen Streiks

Alitalia musste derweil am Mittwoch wegen eines vierstündigen Streiks 40 Flüge streichen. Mit dem Ausstand protestiert eine der Alitalia-Gewerkschaften gegen den Rettungsplan für die Fluggesellschaft, der vorsieht, sich von 3.000 bis 7.000 Mitarbeitern zu trennen. Bei knapp der Hälfte der in der Zeit von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr ausfallenden Flüge handele es sich um internationale Verbindungen, teilte die italienische Airline mit. Es gebe aber kein Problem beim Kraftstoffkauf.

Insolvenzverwalter Augusto Fantozzi hatte am Wochenende gewarnt, dass Italiens größte Fluggesellschaft bald kein Geld mehr haben könnte, um Kraftstoff zu kaufen. Sollten die Gewerkschaften nicht "schnell" dem Übernahmeangebot einer Gruppe von Investoren zustimmen, könnten Flüge nicht mehr starten.

Von: AFP, dpa, airliners.de
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