Berliner Senat will Flughafengebäude Tempelhof zu Kulturzentrum ausbauen

22.06.2016 - 11:30 0 Kommentare

Seit Jahren wird diskutiert, was aus dem einzigartigen riesigen Berliner Flughafengebäude Tempelhof werden soll. Jetzt hat der Senat erste Pläne beschlossen. Dazu gehört ein Kulturzentrum.

Ein Besucher steht auf der Dachterasse des Terminalgebäudes am früheren Flughafen Tempelhof. - © © dpa - Gregor Fischer

Ein Besucher steht auf der Dachterasse des Terminalgebäudes am früheren Flughafen Tempelhof. © dpa /Gregor Fischer

Der Berliner Senat will das riesige Gebäude auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof zu einem neuen Quartier für Kunst und Kultur entwickeln. Unter der Marke "Berlin Creative District" soll hier auch die Kreativwirtschaft eine neue Heimat finden. Das beschloss jetzt der rot-schwarze Senat. "Wir werden den Ort mit seiner Geschichte angemessen würdigen, das Gebäude weiter für die Öffentlichkeit zugänglich machen und die Flächen kreativ, kulturell und wirtschaftlich nutzen", erklärte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD).

Es müsse eine Entwicklungsperspektive für das Gebäude geben, die über die aktuelle Nutzung als Notunterkunft für Flüchtlinge hinausgehe. Das gigantische Flughafengebäude wurde zwischen 1936 und 1941 von den Nazis gebaut, doch im Zweiten Weltkrieg nicht fertiggestellt. Geflogen wurde dort von 1923 bis 2008. Seit 2015 sind in vier der sieben Flugzeug-Hangars bis zu 2500 Flüchtlinge untergebracht.

© dpa, Bernd von Jutrczenka Lesen Sie auch: Mehrheit lehnt Bebauung des Tempelhofer Flughafengeländes ab

Herzstück des Kultur-Konzepts soll eine "Dachgalerie" auf dem 1,2 Kilometer langen Flughafendach werden, von der sich ein spektakulärer Blick auf das ehemalige Flugfeld und die Stadt öffnen soll. Das soll von Ende 2017 an realisiert werden, so Geisel. Das Vorhaben "Öffnung des Flughafens Tempelhof-Tower THF" sei im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms (ZIP) des Bundes "Nationale Projekte des Städtebaus" ausgewählt worden.

Ziel ist auch, den westlichen Kopfbau des Flughafens am Tempelhofer Damm bis 2018 barrierefrei zugänglich zu machen. Für beide Vorhaben stehen laut Angaben 28 Millionen Euro bereit.

Zudem werde das Alliiertenmuseum von Zehlendorf nach Tempelhof umziehen. So soll ein kultureller und touristischer Schwerpunkt im Bereich von Hangar 7 und Kopfbau West entstehen. Der Bund finanziere dies mit 27 Millionen Euro. Am Platz der Luftbrücke sind im Erdgeschoss ein Besucherzentrum und gastronomische Angebote geplant. Es soll die zentrale Anlaufstelle für Touristen werden.

Von: ch, dpa
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