BER-Chef setzt Lufthansa Technik unter Druck

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will nicht länger auf Lufthansa Technik warten. Er bekräftigte, vorhandene Flächen am künftigen Flughafen BER bei Nicht-Interesse an andere Firmen vergeben zu wollen.

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. - © © dpa -

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. © dpa

Der Berliner Flughafenchef übt Druck auf Lufthansa Technik aus, sich zum Standort BER zu bekennen. "Wir wollen jetzt nicht länger warten", so der Flughafenchef in Potsdam im Sonderausschuss des Brandenburger Landtags zum neuen Flughafen BER.

Im Sommer werde ein Bieterverfahren durchgeführt, weil es viele andere Interessenten für Hangarflächen in Berlin gebe. Er sehe "hierin ein erträgliches Geschäftsmodell." Auf dem Vorfeld sollten zudem Hangarflächen entstehen. Der Flughafen sei sehr optimistisch, Nutzer zu finden.

"Stategische Zögerlichkeit" von Lufthansa Technik

Lütke Daldrup sieht in Schönefeld ausreichend Platz: Zwei weitere Flächen seien der Lufthansa 2017 per Erbbaurecht zur Verfügung gestellt worden, sie habe es "aufgrund ihrer strategischen Zögerlichkeit" im Jahr 2018 nicht angenommen.

In Berlin seien mit Easyjet, Lufthansa und Ryanair drei große Airline-Gruppen sowie weitere vertreten, die Interesse an Wartung hätten. "Ich würde mich freuen, wenn auch die Lufthansa-Gruppe trotz ihrer Zurückhaltung in den letzten zwei Jahren sich an dem Bieterverfahren beteiligen würde."

Auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach hatte im März bekräftigt, dass die Landesregierung Lufthansa Technik in Schönfeld halten wolle. Er gehe davon aus, dass die Flughafengesellschaft an einer Einigung interessiert sei und wolle sich auch persönlich dafür einsetzen.

© airliners.de, Christian Höb Lesen Sie auch: Landesregierung will Lufthansa-Technik-Standort in Schönefeld erhalten

Lufthansa-Technik hat nach den Worten von Brandenburgs Wirtschafts-Staatssekretär Hendrik Fischer bereits entschieden, dass eine Spezialwerkstatt ins Ausland verlagert wird. "Nach unserem Kenntnisstand wird die neue Rohrwerkstatt, die verschiedene Kompetenzen bündeln soll, in Ungarn entstehen. Das soll ab 2022 der Fall sein", sagte Fischer.

Nach seinen Angaben arbeiten in Schönfeld bei der Lufthansa-Technik rund 360 Mitarbeiter, davon 60 in der Rohrwerkstatt. Betroffen vom Auslaufen des Mietvertrags für den bisherigen Schönefelder Hangar sei auch eine Reihe kleinerer Unternehmen mit etwa 100 Mitarbeitern. In Tegel warten rund 100 Lufthansa-Mitarbeiter Flugzeuge.

Von: hr, dpa

Datum: 07.05.2019 - 13:17

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