Berliner Flughäfen erwarten keine langfristigen Wachstumsdellen

27.10.2017 - 12:29 0 Kommentare

Für die Berliner Flughäfen war Air Berlin lange Zeit ein wichtiger Wachstumstreiber. Das Aus für trifft nun besonders den Flughafen Tegel. Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup äußerte sich dennoch optimistisch.

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup - © © dpa - Bernd Settnik

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup © dpa /Bernd Settnik

Mit dem Ende von Air Berlin erwarten die Berliner Flughäfen keine langfristigen Wachstumsdellen. Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup sagte, er erwarte eine schnelle Übernahme der Kapazitäten durch andere Anbieter.

Er gehe davon aus, "dass in wenigen Wochen alle Slots vergeben sein werden und der Berliner Flughafen dadurch auf Dauer keine Delle im Wachstum haben wird", so Lütke Daldrup. Neue Anbieter könnten zwar "nicht von heute auf morgen" das fliegen, was Air Berlin geflogen sei. "Mittel- und längerfristig erwarte ich keinen Nachteil für das Angebot an den Berliner Flughäfen."

Für 2018 seien auch nach dem Aus des Homecarriers "moderat steigende Fluggastzahlen" zu erwarten. Das Ende von Air Berlin sei dennoch "sehr bedauerlich". Es werde nun "eine Delle in der Entwicklung" geben, so der Flughafenchef. Die letzte Air-Berlin-Maschine wird am Freitagabend um 21.35 Uhr von München nach Berlin-Tegel fliegen. Der Airbus 320 mit der Flugnummer AB6210 soll um 22.45 Uhr in der Hauptstadt landen. Der Flugbetrieb der insolventen Airline wird danach eingestellt.

Aktuell Rückläufige Passagierzahlen

Die Insolvenz geht an Berlin nicht spurlos vorbei. "Wir hatten im letzten Monat in Tegel zum ersten Mal leicht rückläufige Zahlen", stellte Lütke Daldrup fest: "Das wird sich auch im Oktober, November und Dezember fortsetzen". "Trotzdem bringe das Jahr 2017 wieder ein Passagierrekord für den Flughafenstandort Berlin. Nach 32,9 Millionen Fluggästen 2016 dürften es in diesem Jahr in Tegel und Schönefeld zusammen rund 34 Millionen werden.

© dpa, Wolfgang Kumm Lesen Sie auch: Flughafenstandort Berlin wächst nach Air-Berlin-Insolvenz nicht mehr

Im Berliner Luftverkehr ist man seit Jahren nur Wachstum gewohnt. Seit der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 geht es im Monatsvergleich fast ausschließlich nach oben. Die Air-Berlin-Pleite bringt im September nun erstmals wieder einen Einbruch. Die Airline hatte bis vor kurzem eine größere Drehkreuz-Operations in Tegel zu laufen. Neben Umsteigern auf etliche Langstrecken gab es auch innereuropäische Umsteigeverkehre am Platz.

Berlin setzt für neue Langstrecken auf den BER

Für den Ausbau von Langstreckenverbindungen sei der noch nicht eröffnete Hauptstadtflughafen BER nötig, sagte nun Lütkge-Daldrup. Dort gebe es dann "vernünftige Transitmöglichkeiten, ausreichend große Wartebereiche, ausreichend große Fluggastbrücken und vor allem einem Gepäckhandling, das gut funktioniert."

In dem alten Flughafen Tegel müssen die Koffer mit viel Handarbeit befördert werden. Das kostet Zeit und begrenzt die Menge. Nach Einschätzung von Lütke Daldrup sind neben den traditionellen Fluggesellschaften auch die Billigflieger dabei, Langstreckenverbindungen auszubauen. "Der BER bietet dort große Möglichkeiten", meinte der Flughafenchef.

Das sehen nicht alle Airlines so. Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister hatte zudem bereits klar gestellt, dass Berlin auch zukünftig keinerlei Drehkreuzfunktion für die Gesellschaften der Gruppe spielen werde. Der BER sei schlicht nicht geeignet. Zudem ist unklar, wie genau es in Berlin weitergeht. Für den neuen Flughafen gibt es weiterhin keinen Eröffnungstermin.

Von: dh mit dpa, AFP
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