Berliner Dienstleister will Logistikteil von Air Berlin übernehmen

06.09.2017 - 09:12 0 Kommentare

Der Logistikdienstleister Zeitfracht steigt ins Rennen um Air Berlin ein. Die insolvente Fluggesellschaft ist bislang mit ihrer Tochter Leisure Cargo im Luftfrachtgeschäft aktiv. Zeitfracht hat allerdings größere Pläne.

Reisegepäck wird am Flughafen Düsseldorf in eine Air-Berlin-Maschine verladen - © © dpa - Roland Weihrauch

Reisegepäck wird am Flughafen Düsseldorf in eine Air-Berlin-Maschine verladen © dpa /Roland Weihrauch

Im Air-Berlin-Bieterkampf hat der Logistikdienstleister Zeitfracht seinen Hut in den Ring geworfen. Wie das Unternehmen mitteilte, reichte Zeitfracht alle notwendigen Unterlagen ein. Demnach will der Transport- und Logistikdienstleister die insolvente Airline als Ganzes übernehmen und bis Mitte September ein "verbindliches Angebot vorlegen".

Zeitfracht sei "daran gelegen, Air Berlin möglichst als Ganzes zu erhalten und den Luftverkehrsstandort Berlin zu stärken", erklärte Geschäftsführer Wolfram Simon. Die Fluggesellschaft sei ohne ihre Altlasten "fortführungsfähig und fortführungswürdig". Zeitfracht erwartet demnach einen "zügigen Zugang zum laufenden Investorenprozess".

Der Transportbetrieb mit rund 800 Beschäftigten sieht nach eigenen Angaben Wachstumspotenzial im Frachtbereich der Air Berlin, im Passagiergeschäft setzt Zeitfracht auf Kooperationen. Für den Passagierbetrieb dagegen halte man Ausschau nach Partnern. Ein möglicher: Ihr Luftfrachtgeschäft wickelt die Lkw-Spedition, laut eines Medienberichts, schon jetzt in Kooperation mit Air China ab.

Air Berlin ist bislang mit ihrer Tochter Leisure Cargo im Luftfrachtgeschäft aktiv. Der Dienstleister vermarktet die Unterflurkapazitäten der insolventen Fluggesellschaft. Leisure Cargo hatte sich zuletzt allerdings auch schon von Air Berlin emanzipiert und verkauft als Vertriebsagent auch Frachttransporte mit anderen Airlines.

© dpa, Kay Nietfeld Lesen Sie auch: Air-Berlin-Frachttochter Leisure Cargo setzt auf Expansion

Damit wächst der Bieterkreis weiter. Erst am Montag hatte der Berliner Unternehmer Alexander Skora erklärt, die Fluggesellschaft gemeinsam mit internationalen Investoren erwerben zu wollen. Auch der frühere EnBW-Chef Utz Claassen ist als Investor im Gespräch. Daneben wollen verschiedene Airlines Teile der Air Berlin übernehmen.

Von: cs, AFP, dpa
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