Bodenpersonal stimmt über neue Streiks ab

21.02.2017 - 17:15 0 Kommentare

Die Verhandlungen sind gescheitert - kommen jetzt unbefristete Streiks? Darüber entscheiden die Bodenverkehrsdienste an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld jetzt in einer Urabstimmung.

Bodenabfertigung einer Boeing 737-500 - © © airteamimages.com - SilverWingPix

Bodenabfertigung einer Boeing 737-500 © airteamimages.com /SilverWingPix

Nach den gescheiterten Tarifgesprächen entscheiden die Bodenverkehrsdienste an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld über ihr weiteres Vorgehen. Vom 28. Februar bis zum 3. März werde unter den Mitgliedern eine Urabstimmung durchgeführt, teilte die Gewerkschaft Verdi jetzt mit.

Sollten mehr als 75 Prozent für einen Streik stimmen, wäre ein unbefristeter Arbeitskampf möglich, hieß es. Am 3. März werde Verdi die Ergebnisse und das weitere Vorgehen bekanntgeben.

Zwei Verdi-Warnstreiks gab es bereits

In dem Tarifkonflikt geht es um bessere Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten für die rund 2000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste an den Berliner Flughäfen. Dazu zählen die Passagier-, Gepäck- und Frachtabfertigung sowie Vorfeld- und Transportdienste. Auch Reinigungskräfte, Caterer und Betanker gehören dazu.

In den vergangenen zwei Wochen hatte es an den Berliner Flughäfen bereits zwei Warnstreiks der Bodenverkehrsdienste gegeben. An beiden Standorten fielen etwa 350 Flüge aus. Die anschließende fünfte Verhandlungsrunde erklärte Verdi für gescheitert.

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Verhandlungen über Gehälter für Berliner Bodenpersonal gescheitert

Man wolle eine Lösung am Verhandlungstisch, betonte die Gewerkschaft. "Wenn die Arbeitgeber jedoch weiterhin auf ihren nicht hinnehmbaren Positionen beharren, droht eine Eskalation des Konfliktes", sagte Verdi-Verhandlungsführer Enrico Rümker.

Arbeitgeber sprechen von "Druckmittel"

Die Arbeitgeber reagierten nach der fünften Verhandlungsrunde mit Unverständnis. Die Ablehnung des Arbeitgeberangebots lege die Vermutung nahe, dass die Situation an den Berliner Flughäfen als Druckmittel für die bundesweiten Verhandlungen der Verdi ausgenutzt würden, hieß es. "Dabei lag das Angebot weit über den von Verdi formulierten Mindesantforderungen."

Die Arbeitgeber haben eigenen Angaben zufolge bei den Gesprächen eine schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen angeboten. Der neue Vertrag sollte vier Jahre laufen. Verdi fordert bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten eine Gehaltserhöhung um einen Euro pro Stunde. Ein Beschäftigter erhält laut Angaben der Gewerkschaft zurzeit etwa einen Stundenlohn von elf Euro.

Von: ch
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