Interview

"Berlin lebt besonders von der Business-Class-Nachfrage"

03.05.2019 - 09:01 0 Kommentare

Schon im dritten Jahr kommt Delta Air Lines jetzt saisonal nach Berlin-Tegel. Im airliners.de-Interview spricht der Deutschland-Vertriebschef über den Berliner Markt und die Flottenstrategie im Europa-Geschäft.

Eine Boeing 767-400 von Delta Air Lines. - © © AirTeamImages.com - Carlos Enamorado

Eine Boeing 767-400 von Delta Air Lines. © AirTeamImages.com /Carlos Enamorado

Delta Air Lines verbindet Berlin-Tegel wieder saisonal mit dem größten New Yorker Flughafen John F. Kennedy. airliners.de hat vor dem Neustart der Verbindung mit dem Verkaufsleiter für Zentral- und Osteuropa Thomas Brandt über den Standort Berlin und die Chancen einer ganzjährigen Verbindung gesprochen - und warum gerade die Boeing 767-400 eine wichtige Rolle bei den Planungen spielt.

airliners.de: Herr Brandt, Delta Air Lines startet jetzt wieder die saisonale Verbindung zwischen New York und Berlin. Wie lange wird Delta die Strecke in diesem Jahr fliegen?
Thomas Brandt: Insgesamt länger als im vergangenen Jahr. Wir starten die Route JFK-Berlin Anfang Mai und damit rund eine Woche früher als im vergangenen Jahr. Diese Saison werden wir die Route auch bis Ende Oktober bedienen, was auch nochmal einer Verlängerung von zwei Wochen entspricht. Wir bauen aber nicht nur den Zeitraum unseres Berlin-Engagements aus, sondern stocken auch unser Kapazitätsangebot auf, indem wir die größere Boeing 767-400 nach Berlin schicken.

Was sind denn die Gründe für ihr verstärktes Berlin-Engagement?
Das ist ganz einfach: Die Nachfrage ist einfach gut. Obwohl wir mit der 767-400 die Kapazitäten deutlich aufgestockt haben, liegt der Sitzladefaktor von dem was gebucht wurde, schon jetzt über dem Vorjahr. Damit sind wir sehr zufrieden und freuen uns, dass Berlin mittlerweile ein starker Markt für uns ist.

Über den Interviewpartner

Thomas Brandt ist Regional Manager Sales - Central and Eastern Europe bei Delta Air Lines. Damit ist er für die Vertriebsaktivitäten der Sky-Team-Fluggesellschaft in einer Region aus über einem Dutzend Ländern verantwortlich. In Deutschland ist er zudem Mitglied des Barig-Executive Committee und repräsentiert Delta in einer Vielzahl von Wirtschaftsverbänden wie dem VDR, dem DRV und Visit USA.

Hat es denn früher für Sie nicht funktioniert?
Berlin war immer ein wichtiges Ziel für uns. Wir fliegen jetzt im dritten Jahr und mittlerweile ist die Strecke etabliert. Berlin ist eine beliebte Destination bei den Amerikanern, besonders der Urlaubsverkehr von den USA nach Berlin ist sehr stark - auch weil die US-Nachfrage generell steigt.

Was spricht dann gegen ganzjährige Verbindungen?
Wir prüfen kontinuierlich, ob Berlin nicht auch ganzjährig lohnenswert wäre. Aktuell ist die Nachfrage im Winter jedoch geringer, daher unsere Entscheidung, den Flug saisonal anzubieten. Wir haben zwar bereits in der Vergangenheit die Boeing 757 nach Berlin eingesetzt, die eine geringere Kapazität bietet, aber unsere Erfahrungen zeigen, dass das richtige Flugzeug für den Markt die Boeing 767 ist. Berlin lebt besonders von der Nachfrage nach unserem Business-Class-Produkt.

Hat die geplante Eröffnung des BER schon jetzt einen Einfluss auf eine solche Entscheidung?
Eigentlich nicht. Wenn der BER kommt, fliegen wir den natürlich gerne an, aber wir sehen auch in Tegel keine Einschränkungen.

Also kann man sagen, dass Delta Air Lines mit Tegel zufrieden ist?
Definitiv. Wir fliegen die Flughäfen an, die es gibt. Wir sind früher schon nach Tegel geflogen und wir kommen gut damit aus.

Delta Air Lines nach Deutschland

Berlin: New York - Sommersaison
Düsseldorf: Atlanta - ganzjährig
Frankfurt: Atlanta, New York, Detroit - ganzjährig
München: Atlanta - ganzjährig, Detroit - Sommersaison
Stuttgart: Atlanta - ganzjährig

Planen Sie weitere Deutschland-Verbindungen? Der Hamburger Flughafen hat ja durch den Weggang von United im vergangenen Sommer seine letzte USA-Verbindung verloren.
Wir schauen uns den Markt natürlich intensiv an, aber für den kommenden Sommer sind wir in Deutschland gut aufgestellt. Es gibt da keine direkten Pläne. Wir haben eine mittel- und langfristige Liste von Verbindungen, die wir uns immer wieder anschauen.

Delta hat 100 Airbus A321 Neo bestellt. Gehört auch die neu angebotene Long-Range-Variante dazu?
Wir haben nur die "normalen" Neos bestellt, denn bei der Bestellung handelt es sich um Maschinen, die ausschließlich für den US-Domestic-Markt gedacht sind.

Dementsprechend gibt es keine Pläne, mit Narrowbody-Maschinen Transatlantikflüge durchzuführen?
Zumindest ist das für uns kein aktuelles Thema. In der Zukunft werden wir uns auch das bestimmt anschauen. Wir setzen die Boeing 757 für Flüge in vereinzelte europäische Märkte ein, stehen aktuell allerdings viel mehr vor der Frage, mit welchem Flugzeug wir die kleinen Versionen der Boeing 767 ersetzen werden. Für die Deutschland- und Schweiz-Strecken sind die größeren Versionen der Boeing 767, also die -300 und -400, die idealen Flugzeuge, einfach weil beispielsweise die -400 mit 39 Plätzen über eine große Business-Class verfügt. Wir fliegen mit der -400 nach Stuttgart, Düsseldorf und Berlin und mit der -300 nach Frankfurt und auch nach München.

Also planen Sie mit der 767 offenbar noch ein bisschen länger?
Ja. Die 767-400 bekommen im Zuge ihrer Umrüstung mit Delta One auch ein neues Business-Class-Produkt sowie eine Premium Economy, mit denen auch schon unsere werksneuen A350 ausgestattet sind. Wir haben dann vier Produkte auf der Maschine.

Herr Brandt, vielen Dank für das Gespräch.

Von: br
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