Intro hat wohl große Pläne für Corsair

04.12.2018 - 17:07 0 Kommentare

Die deutsche Intro Aviation will den Langstrecken-Carrier Corsair von Tui übernehmen - laut einem Bericht soll er mit A330 Neo ausgebaut werden. Doch vorher müssen noch die Mitarbeiter zustimmen.

Eine Boeing 747 von Corsair International. - © © AirTeamImages.com - Paul Marais-Hayer

Eine Boeing 747 von Corsair International. © AirTeamImages.com /Paul Marais-Hayer

Beim Verkauf der französischen Corsair macht Tui offenbar große Fortschritte. Wie die Zeitung "La Tribune" berichtete, hat der Reisekonzern mittlerweile eine Kaufoption mit der Intro Aviation GmbH unterzeichnet. Der deutsche Airline-Investor wolle den Langstrecken-Carrier gemeinsam mit der US-Investmentgesellschaft Crestline übernehmen.

Die beiden Kaufinteressenten planen laut dem Bericht einen Ausbau der Corsair, die ausschließlich Langstrecken fliegt. Demnach soll die Flotte verdoppelt werden und künftig ausschließlich aus Airbus A330 Neo bestehen. Derzeit hat die Airline insgesamt sieben Jets, drei Boeing 747 und je zwei A330-300 und -200. Intro soll sich bereits verpflichtet haben, 2020 zwei 747-Maschinen durch A330-900 zu ersetzen.

Intro lockt Gewerkschaften mit Bestandsgarantie

Noch steht die Einigung allerdings unter Vorbehalt: Die Gewerkschaften müssen zunächst zustimmen. Intro und Tui hatten die grundsätzlichen Übernahmepläne bereits im Oktober bestätigt. Doch der Reisekonzern erklärte damals, erst nach Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretern werde sich entscheiden, ob der Deal zustande komme.

Mittlerweile soll Intro den Mitarbeitern eine Garantie für die bisherige Bezahlung und die bestehenden Tarifverträge gegeben haben. Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei wegen der Expansionspläne ohnehin nicht zu befürchten.

Entscheidung soll Mitte Januar fallen

Laut "La Tribune" wollen die Gewerkschaften bis Mitte Januar entscheiden, ob sie bei der Übernahme mitgehen. Verweigern sie ihre Zustimmung, könnten Tui den Verkauf abblasen und die Airline behalten. Tui wollte den Bericht gegenüber airliners.de nicht kommentieren.

Die französische Tochter steht für den weltgrößten Reisekonzern bereits seit Jahren zur Disposition. Da sie nicht im touristischen Kerngeschäft von Tui unterwegs ist, wurde sie auch nicht in den gegründeten Tui-Aviation-Verbund der Konzern-Airlines aufgenommen und hat einen eigenen Markenauftritt. 2015 war bereits ein Verkauf an die französische Groupe Dubreuil geplant, der jedoch am Widerstand der Mitarbeiter scheiterte.

© AirTeamImages.com, S. Willson Lesen Sie auch: Tui verkauft französische Corsair an Intro

Von: pra
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