Diesen Air-Berlin-Anteil bekommt wohl Easyjet

22.08.2017 - 14:06 0 Kommentare

Neben der Lufthansa Group soll auch Easyjet Gespräche mit Air Berlin über eine Teilübernahme führen. Laut eines Medienberichts geht es dabei schon ganz konkret um Slots am Flughafen Düsseldorf.

Flugzeuge von Easyjet und Air Berlin. Foto: © Flughafen Köln/Bonn

Einen Großteil der insolventen Air Berlin wird sich wohl der Lufthansa-Konzern einverleiben – sofern die EU-Wettbewerbshüter dem zustimmen. Doch immer wieder wird in Medienberichten auch Easyjet als ein möglicher Käufer genannt. Die „Rheinische Post“ berichtet nun unter Berufung auf Insider, dass allein am Flughafen Düsseldorf die Hälfte der rund 70.000 Air-Berlin-Slots auf das Konto des britischen Billigfliegers gehen könnten.

An dem Rhein-Airport ist Easyjet bislang nicht aktiv. Sowohl Easyjet als auch Air Berlin wollten die Hinweise auf die möglicherweise schon weit fortgeschrittenen Gespräche nicht kommentieren.

Easyjet an deutschen Airports
Angaben in Prozent
Berlin-Schönefeld 62.0
Hamburg 21.8
München 10.5
Stuttgart 3.9
Dortmund 1.1
Dresden 0.7

Die Grafik zeigt die Verteilung der Sitzplatzkapazitäten von Easyjet im laufenden Sommerflugplan ab deutschen Flughäfen. Quelle: CH Aviation, Stand: 22. August 2017

Betroffen sind laut der Zeitung beispielsweise innerdeutsche Verbindungen von der NRW-Landeshauptstadt nach Berlin-Tegel, Hamburg oder München. Aber auch Slots auf innereuropäischen Strecken wie nach Kopenhagen, Malaga oder Zürich sollen dem Low-Cost-Carrier zufallen. "Überall dort, wo Air Berlin bisher einziger oder mit Abstand wichtigster Wettbewerber von Eurowings war, würden die Kartellbehörden eine Streckenübertragung auf Eurowings sowieso nicht hinnehmen", so der Insider.

An den US-Langstrecken-Slots der Air Berlin für Fort Lauderdale (Miami) und Fort Myers (Florida) ist laut "Rheinischer Post" nur der Kranich-Konzern interessiert. Auch wolle er das Portfolio der Billigtochter Eurowings stärken, indem diese die Zeitnischen in Kopenhagen und Florenz von Air Berlin übernimmt.

Easyjet baut für harten Brexit vor

Die meisten Flüge bietet Air Berlin im laufenden Sommerflugplan ab Düsseldorf zu folgenden fünf Zielen an: München, Berlin-Tegel, Hamburg, Stuttgart und Wien. Die nachstehende Grafik zeigt, welchen Anteil anderer Carrier auf diesen Strecken haben:

Anteile verschiedener Airline-Gruppen
auf ausgewählten Strecken ab Düsseldorf
Air Berlin Lufthansa Group Germania Corendon Airlines
München 44.0 56.0 0 0
Berlin-Tegel 55.1 44.9 0 0
Hamburg 047.4 52.5 0.1 0
Stuttgart 96.9 0 0 3.1
Wien 45.5 54.5 0 0

Die Grafik zeigt die Marktanteile von verschiedenen Airline-Gruppen auf ausgewählten Strecken ab dem Flughafen Düsseldorf im laufenden Sommerflugplan. Alle Angaben sind in Prozent. *) Lufthansa, Eurowings, Germanwings und Austrian Airlines. Quelle: CH Aviation, Stand: 22. August 2017

Branchenkenner halten die Pläne für vernünftig: "Damit kann Easyjet von Anfang an auf eine wettbewerbsfähige Größenordnung kommen", heißt es. Der britische Billigflieger hatte erst vor Kurzem die Tochter Easyjet Europe in Wien gegründet. Da die Airline eine österreichische Betriebslizenz (AOC) hat, könnte Easyjet hierüber auch nach einem harten Brexit Flüge innerhalb der Europäischen Union anbieten.

© dpa, Rainer Jensen Lesen Sie auch: Startschuss für die große Air-Berlin-Slot-Aufteilung Apropos vom 18. Oktober 2016

Von: cs
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