Bericht: Bieter für Flughafen Hahn hat chinesischen Partner gefunden

20.07.2016 - 11:00 0 Kommentare

Der Verkauf des Airport Hahn ist gescheitert - nun soll ein neuer Investor gefunden werden. Ein Interessent ist die ADC GmbH, die jetzt einen Partner für das Projekt gefunden hat, der auch in der Luftfahrt bekannt ist.

Schriftzug am Flughafen Hahn - © © dpa - Thomas Frey

Schriftzug am Flughafen Hahn © dpa /Thomas Frey

Nach dem gescheiterten Verkauf des Flughafens Hahn an einen chinesischen Investor hat einer der verbliebenen Bieter, die ADC GmbH, einem Zeitungsbericht zufolge einen chinesischen Partner gefunden. Die HNA-Gruppe sei "offenbar bereit, in Verhandlungen um den Kauf des Hunsrück-Airports einzusteigen", berichtete die "Rhein-Zeitung". Das habe ADC-Chef Siegfried Englert, ein früherer Wirtschaftsstaatssekretär von der SPD, bestätigt.

Die HNA-Gruppe ist ein milliardenschwerer chinesischer Großkonzern, der international unter anderem im Hotel- und Tourismusgeschäft sowie im Flughafenmanagement aktiv ist. Neben Hainan Airlines, der viertgrößten chinesischen Fluggesellschaft, gehören zahlreiche weitere Fluggesellschaften zum Konzern - auch aus dem Luftfrachtbereich.

Hahn-Verkauf zunächst geplatzt

Die Landesregierung war mit dem Vorhaben gescheitert, den Anteil von 82,5 Prozent des Landes am Flughafen Hahn an den chinesischen Investor SYT zu verkaufen. Nach Ausbleiben einer vereinbarten Zahlung platzte das Geschäft.

© dpa, Andreas Arnold Lesen Sie auch: Landesrechnungshof prüft Hahn-Verkauf

Der für den Verkauf zuständige Mainzer Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte anschließend bekanntgegeben, nun mit den zwei restlichen Bietern weiterverhandeln zu wollen. Dabei handelt es sich um die ADC und einen ungenannten US-chinesischen Interessenten.

Englerts "chinesische Partner haben in China längere Zeit mit Vertretern der HNA Gespräche geführt", berichtete das Blatt. Kommende Woche sollten Gespräche mit der Beratungsfirma KPMG folgen.

Mehr als sechs Millionen Euro für Beratungsfirma KPMG

Der geplatzte Verkauf des Flughafens Hahn hat die Steuerzahler bisher allein rund 6,25 Millionen Euro für die Beratungsgesellschaft KPMG gekostet. Wie das rheinland-pfälzische Innenministerium mitteilte, enthält diese Summe unter anderem die Ausgaben für die Markterkundung seit 2012, die Ausschreibung, die Abstimmung mit der EU-Kommission und verschiedene rechtliche Beratungen des Landes. Auch die Prüfung des dubiosen chinesischen Investors SYT habe dazu gehört.

Von: ch, AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus