Neubau auf der Zielgeraden BER will mit Umsteigern wachsen

24.04.2012 - 17:15 0 Kommentare

Der Betreiber der Berliner Flughäfen hat die Bilanz für das Jahr 2011 vorgelegt. So konnte der Umsatz zwar gesteigert werden, wegen des Flughafenneubaus steht aber ein Minus unterm Strich, das in den kommenden Jahren noch wachsen wird.

Rainer Schwarz (M), Sprecher der Geschäftsführung, spricht am 24.04.2012 während der Bilanzpressekonferenz der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH in Berlin.  - © © dpa - Franziska Koark

Rainer Schwarz (M), Sprecher der Geschäftsführung, spricht am 24.04.2012 während der Bilanzpressekonferenz der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH in Berlin. © dpa /Franziska Koark

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) hat den Umsatz im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent auf 263 Millionen Euro steigern können. Aus den Vergleichszahlen für das Jahr 2010 wurden dabei Umsätze von 260 Millionen Euro herausgerechnet, die einmalig für den Bau des Terminal-Bahnhofs in die Bilanz eingegangen waren, erklärte Flughafenchef Rainer Schwarz am Dienstag in Berlin. Unterm Strich schrieb die Flughafengesellschaft 2011 einen Verlust von 75 Millionen Euro. Grund dafür waren nach Angaben von Schwarz die hohen Zinsbelastungen für den Flughafenneubau. Dies habe man so geplant, sagte Schwarz. Das Minus werde in den nächsten Jahren zusammen mit der dann höheren Kreditsumme sogar noch steigen. Ohne Zinsen wäre 2011 ein Gewinn von 36,5 Millionen Euro herausgesprungen, sagte Schwarz.

Der neue Flughafen Berlin Brandenburg (BER) kostet etwa 2,4 Milliarden Euro. Insgesamt habe die Flughafengesellschaft einen Eigenfinanzierungsanteil von 531 Millionen Euro erwirtschaftet. Geplant waren 440 Millionen. Die Flughafen GmbH habe damit einen Finanzierungspuffer, sagte Schwarz: «Den brauchen wir aber auch» - etwa für zusätzliche Investitionen wie zwei Pavillons am Terminal-Eingang, die im kommenden Jahr für größere Sicherheitsschleusen benötigt werden.

BER will mit Umsteigern wachsen

Mit Eröffnung des neuen Flughafens will Berlin näher an Frankfurt und München heranrücken. Dies soll vor allem mit deutlich mehr Umsteigern als bisher gelingen, sagte Schwarz. Im vergangenen Jahr stieg nur eine Million der 24 Millionen Berliner Passagiere um, die meisten davon in Tegel. Der Frankfurter Flughafen zählte im Vorjahr 56,5 Millionen Fluggäste, 46 Prozent davon Umsteiger. München kam auf 37,7 Millionen bei einer Umsteigerquote von 38 Prozent. Berlin mit seinen bisherigen Flughäfen Tegel und Schönefeld habe 2011 seinen dritten Platz gefestigt, sagte Schwarz. Auch im ersten Quartal 2012 sei der Standort mit fünf Prozent mehr Fluggästen überdurchschnittlich gewachsen. Besonders erfreulich sei die steigende Auslastung der Berlin-Flüge.

«Wenn's so läuft, werden wir uns schon bald über eine Expansion unterhalten müssen», sagte Schwarz knapp sechs Wochen vor Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg in Schönefeld am 3. Juni. Es werde dann um mehr Abfertigungspositionen für Flugzeuge oder die Kapazität der Gepäckbeförderungsanlage gehen. Bei Bedarf würden zunächst die Kapazitäten im Nord- und Südpier erweitert, sagte Schwarz. Erst dann werde der Bau eines Satelliten erwogen. Dafür müsse aber zunächst abgewartet werden, welche Verkehrsstrukturen sich tatsächlich am Flughafen entwickelten. Der neue Airport habe eine Genehmigung für bis zu 360.000 Flüge pro Jahr. Das zeige, wie viel Wachstum dort noch möglich sei, sagte Schwarz. Air Berlin mit fast acht Millionen Passagieren will den neuen Flughafen zu seinem Drehkreuz machen. Auch die Lufthansa plant vom Sommer an mehr Flüge von und nach Berlin.

Von: dpa, dapd, airliners.de
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