BER-Technikchef Jörg Marks muss gehen

23.02.2017 - 14:43 0 Kommentare

Der BER bekommt den fünften Bauleiter in fünf Jahren: der einstige Hoffnungsträger Jörg Marks muss wegen Verzögerungen beim Eröffnungstermin gehen. Ein Nachfolger steht schon fest.

Der Technische Bauleiter am BER Jörg Marks muss gehen. - © © dpa - Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Der Technische Bauleiter am BER Jörg Marks muss gehen. © dpa /Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens muss angesichts neuer Probleme der nächste Technikchef seinen Hut nehmen. Der oberste Bauleiter Jörg Marks werde nach zweieinhalb Jahren entlassen, sagte Flughafensprecher Lars Wagner. Hintergrund seien die anhaltenden Schwierigkeiten auf der Baustelle.

Nachfolger wird der frühere Bahn-Manager Christoph Bretschneider. Brettschneider sei der "richtige für die schwierigen Aufgaben, die anstehen", sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Er werde auf dem Weg zur Eröffnung des BER eine zentrale Funktion übernehmen.

Fünf Bauleiter in fünf Jahren

Marks war im Sommer 2014 als Nachfolger von Jochen Großmann auf die Baustelle gekommen, der in einer Korruptionsaffäre gefeuert worden war. Zuvor hatte Horst Amann nach einem Machtkampf mit dem damaligen Flughafenchef Hartmut Mehdorn seinen Stuhl räumen müssen. Amanns Vorgänger Manfred Körtgen hatten seinen Posten nach der geplatzten Eröffnung 2012 verloren.

Mühlenfeld dankte dem früheren Siemens-Manager. "Jörg Marks haben wir viel zu verdanken. Durch seinen Einsatz ist es gelungen, am BER seit 2014 wesentlich voranzukommen." So lägen erstmals seit Beginn der Planungen alle Genehmigungen vor. Der Flughafen betonte, der Wechsel in der Bauorganisation sei eine Entscheidung, die allein in den operativen Bereich der Geschäftsführung falle. Diese habe am Mittwoch den Aufsichtsrat darüber informiert.

Mühlenfeld wird an Eröffnung 2018 gemessen

Dort ist man wenig begeistert. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller sagte, die Geschäftsführung müsse sich nun daran messen lassen, "dass der BER sicher und im Kostenrahmen in 2018 eröffnet wird". Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats habe den Sachverhalt kritisch diskutiert, hob Müller hervor. Die Geschäftsführung stehe in der Verantwortung, dass die personellen Veränderungen die Fertigstellung beschleunigen. "Dies wird der Aufsichtsrat sehr eng überwachen."

Die Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens ist seit dem ersten Termin 2011 fünf Mal verschoben worden, weil Fehlplanung, Baumängel und immer neue Technikprobleme das Projekt verzögern. Im Januar waren im neuen Terminal in Schönefeld neue Probleme mit Türen und Sprinklern bekannt geworden, das Ziel einer Eröffnung noch in diesem Jahr wurde aufgegeben.

Von: dh mit dpa
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