BER-Eröffnungstermin soll im Dezember verkündet werden

20.11.2017 - 08:45 0 Kommentare

Der Aufsichtsrat nennt einen Termin für den Termin: Mitte Dezember soll klar sein, wann der BER eröffnet - dies könnte womöglich noch bis 2020 dauern. Indes wird klar, weshalb sich der Bau aktuell verzögert.

Material auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER.

Material auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER.
© dpa

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup.

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup.
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FBB-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider.

FBB-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider.
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Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.
© dpa

Margaretha Sudhof, Staatssekretärin in der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen.

Margaretha Sudhof, Staatssekretärin in der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen.
© dpa

Für den neuen Hauptstadtflughafen BER soll am 15. Dezember ein neuer Eröffnungstermin genannt werden. Die Absprachen mit den Baufirmen seien so weit gediehen, dass er dann in einer Sondersitzung des Aufsichtsrats ausführlich zum Terminrahmen vortragen könne, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag nach einer Sitzung des Kontrollgremiums. Wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Missmanagement ist der Start des drittgrößten deutschen Flughafens seit dem Baubeginn 2006 schon sechs Mal verschoben worden. Ein Start des BER vor dem Spätsommer 2019 gilt als ausgeschlossen.

Start auch 2020 denkbar

Lütke Daldrup hatte schon angekündigt, dass der Neubau Ende August 2018 saniert sein soll. Dann folgen Tests, Abnahmen und ein Probebetrieb, wofür in der Vergangenheit rund ein Jahr eingeplant worden war. Der Geschäftsführer deutete an, dass der Zeitplan zudem Puffer für Unvorhergesehenes enthalten werde. Damit wäre auch ein Start 2020 denkbar.

"Wir wollen schnellstmöglich fertig werden", beteuerte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider. Das Gremium beriet auch über einen millionenschweren Ausbau des Flughafens bis 2040. Denn mit einer Anfangskapazität von 22 Millionen Passagieren ist der Tegel-Nachfolge-Airport zu klein. Von Tegel und Schönefeld flogen im vergangenen Jahr 32,9 Millionen Menschen.

Air-Berlin-Pleite belastet Jahresziel

Durch die Air-Berlin-Pleite kommt das jahrelange starke Wachstum im Berliner Luftverkehr in diesem Jahr jedoch nahezu zum Erliegen. Die Passagierzahlen seien zwar leicht gestiegen.

Die ohnehin sehr zurückhaltend angepeilten 34 Millionen Reisenden im Gesamtjahr werden nach Lütke Daldrups Angaben aber nicht erreicht. Die Zahlen für den vergangenen Monat präsentiert die Flughafengesellschaft Berlin/Brandenburg (FBB) am Mittwoch.

"Das ist in der Tat nur eine Delle", versicherte der Ingenieur. "Es ist natürlich für den Flughafen nicht schön, dass in Tegel nicht mehr viel geflogen wird aus dem Air-Berlin-Portfolio." Die Käufer Easyjet und Lufthansa würden die Lücken von Januar an jedoch schnell füllen.

Schadenersatz von der Planungsgemeinschaft BBI

Fünfeinhalb Jahre nach der geplatzten Eröffnung 2012 erhalten die Betreiber nun Schadenersatz von der Planungsgemeinschaft BBI um das Büro von Flughafen-Architekt Meinhard von Gerkan, wie Lütke Daldrup sagte.

Nach langem Ringen um Schadenersatz und ausstehende Architektenhonorare in Millionenhöhe sei ein Vergleich geschlossen worden. Man werde "einen erheblichen Mittelzufluss erhalten", sagte der Flughafenchef, ohne einen Summe zu nennen.

Damit nach der Schließung Tegels alle Passagiere in Schönefeld abgefertigt werden können, soll bis Ende 2025 das dortige Terminal in Betrieb bleiben, das einmal der DDR-Zentralflughafen war. Dort müssen 45 Millionen Euro investiert werden, hieß es.

Auch Tegel wird ein weiteres Mal ertüchtigt: allein mit fünf Millionen Euro im kommenden Jahr. Mit den Zahlen befasst sich am Montagnachmittag auch der Brandenburgische Landtag.

Noch 30 "technische Risiken"

Indes wird klar, wie viel Arbeit am BER noch ansteht. In dem noch nicht fertiggestellten Fluggastterminal des BER bestehen derzeit etwa 30 "technische Risiken" von vormals 3000. Diese Zahl nennt die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Senatsabgeordneten Andreas Otto.

"Einzelne Maßnahmen und Mängelbeseitigungen" würden gegenwärtig "seitens der Firmen und der Objektüberwachung" abgearbeitet. Von den Türen im Terminal seien inzwischen 80 Prozent voll funktionsfähig, die übrigen würden "überwiegend bis Jahresende in Betrieb gesetzt".

Hohe Unterhaltskosten

Aktuell betragen die monatlichen Unterhaltskosten für den Bau nach Angaben der Finanzverwaltung zehn bis 13 Millionen Euro. Hierin seien unter anderem Kosten für Bauherrenleistungen, Projektsteuerung, Bauüberwachung, Ausführungsplanung und Baustellensicherheit enthalten.

© airliners.de, Karl Born, Lesen Sie auch: Ein zweifelhaftes Flughafen-Jubiläum Die Born-Ansage (72)

Für die Brandmeldeanlagen sei die Steuer-Software weitgehend installiert. Weiter heißt es: "Fast 90 Prozent der maschinellen Entrauchungsszenarien sind zum 1.11. einreguliert."

Von: cs, dpa, dpa-AFX
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