Video von der Pressekonferenz BER-Eröffnung verschoben

08.05.2012 - 18:11 0 Kommentare

Vollbremsung für den Hauptstadtflughafen: Die Eröffnung muss kurz vor dem angepeilten Termin verschoben werden. Dem Brandschutz im Gebäude fehlt noch die Abnahme. Einen neuen Eröffnungstermin konnten die Verantwortlichen auf der heutigen Pressekonferenz nicht nennen.

Der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg (BER) wird nicht zum vorgesehenen Termin am 3. Juni in Betrieb gehen: Nicht einmal vier Wochen vor der geplanten Eröffnung gab die Flughafengesellschaft am Dienstag die Verschiebung auf unbestimmte Zeit bekannt. Als Grund wurden Probleme beim Brandschutz genannt.

Die Gesellschafter - Berlin, Brandenburg und der Bund - könnten sich über die Sicherheitsbedenken nicht hinwegsetzen, sagte Berlins Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der auch Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft ist auf einer heute einberufenen Pressekonferenz am Flughafen. „Sicherheit hat Vorrang“, so Wowereit. Er habe erst am Montagabend von der „bitteren Erkenntnis“ erfahren.

Klaus Wowereit will zur Absage des Eröffnungstermins für den Hauptstadtflughafen im Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung abgeben. Im Aufsichtsrat habe man nichts von einer drohenden Verzögerung und den Problemen mit der Entrauchungsanlage gewusst, sagte auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Er sei „stocksauer“.

Der Chefplaner des neuen Airports, Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen, begründete die kurzfristige Entscheidung am Dienstag mit der Brandschutztechnik inklusive einer großen Belüftungsanlage, die „nicht den nötigen Reifegrad“ habe. Die Zulassung der kompletten Entrauchungsanlage könne nicht bis zum 3. Juni zertifiziert und zugelassen werden. Ein neuer Termin zur Inbetriebnahme solle nun "nach der Sommerpause in Angriff genommen werden".

In der Pressekonferenz wurde auch Kritik an der Planung und an den Verantwortlichen laut. Mit Blick auf die Baufirmen sagte Wowereit: „Wir behalten uns Regressforderungen vor.“ Wenn es technische Probleme gebe, „muss es auch Ehrgeiz der Unternehmen sein, dass das läuft“. Dennoch müsse auch die Frage nach den Verantwortlichen in der Planung und im Controlling gestellt werden.

Trotz der Pleite will Flughafenchef Rainer Schwarz allerdings zunächst weitermachen: „So intensiv, wie ich bisher für dieses Projekt gearbeitet habe, bin ich bereit, weiterzuarbeiten, und das wird auch so der Fall sein“, sagte Schwarz auf die Frage nach den Konsequenzen der Verschiebung für seine Person. Er könne sich „nur entschuldigen“.

Zu den Kosten der Verschiebung sagte Wowereit, einige Maßnahmen zur Beschleunigung müssten nun nicht bezahlt werden. Andererseits gingen Millionenbeträge als Einnahmen verloren, die aus höheren Entgelten einkalkuliert worden seien. Die Verzögerung wird laut Berliner "Tagesspiegel" pro Monat Kosten in Höhe von 15 Millionen Euro verursachen.Bis auf weiteres bleiben nun die beiden bestehenden Airports Tegel und Schönefeld in Betrieb

Im airliners.de-Video haben wir die wichtigsten Passagen der Pressekonferenz mit den Flughafenchefs Schwarz und Körtgen sowie den Regierungschefs der Länder Berlin und Brandenburg, Wowereit und Platzeck zusammengeschnitten:

Von: dpa, AFP, dapd, airliners.de
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