Dunkle Regenwolken und eine gesperrte Zufahrt zum neuen Berliner Flughafen.
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Straßenschilder an der Zufahrt zum neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg
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Im Deckenbereich vor der Haupthalle des k
© dpa - Bernd Settnik
Auf dem Hauptstadtflughafen hat am Mittwoch die Aufarbeitung des Eröffnungsdebakels begonnen. Die Flughafengeschäftsführer Rainer Schwarz und Manfred Körtgen mussten sich über Stunden unangenehmen Fragen im Projektausschuss des Aufsichtsrats stellen. Ob die Manager ihren Hut nehmen müssen und wann der Flughafen nun in Betrieb gehen soll, war anschließend offen. Am Nachmittag wollte das Kontrollgremium in großer Runde tagen, dann sind auch Beschlüsse möglich.
Unterdessen mehren sich die Hinweise darauf, dass es noch mehrere Monate bis zur Eröffnung dauern könnte, möglicherweise bis zum nächsten Jahr. So will das zuständige Bauordnungsamt in Königs Wusterhausen keine Übergangslösungen für die Brandschutzanlage genehmigen. Damit ist der teilautomatische Betrieb der Anlage ausgeschlossen, auf den der Flughafen in den vergangenen Monaten hingearbeitet hatte.
Die Eröffnung des Flughafens war am vergangenen Dienstag knapp vier Wochen vor dem Termin am 3. Juni geplatzt. Als Grund nennt die Flughafengesellschaft Probleme beim Brandschutz. Der Bau liegt jedoch auch an vielen Stellen hinter dem Zeitplan, diese stuft die Flughafengesellschaft aber als nicht eröffnungsrelevant ein.
Heute Aufsichtsratssitzung
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte am Mittwoch, es sei zu ergründen, inwieweit «auf bohrende Fragen des Aufsichtsrats auch in der Vergangenheit die Geschäftsführung umfassend und korrekt oder nicht umfassend und nicht korrekt informiert hat.» Er sprach von schwerem Missmanagement. Der Minister hat nach eigenen Angaben eine Arbeitsgruppe namens «Soko BER» für alle «Obliegenheiten, die vonseiten des Bundes zu gewährleisten sind», eingerichtet.
Körtgen und Schwarz sahen sich am Vormittag den Vertretern der Flughafen-Eigentümer gegenüber: Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linkspartei) und Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) aus dem Bundesverkehrsministerium, zudem die Flughafen-Betriebsrätin Claudia Heinrich. Wowereit hatte präzise Antworten der Chefs verlangt. Dass Flughafen-Führungskräfte ihren Hut nehmen müssen, hatten Berlin und Brandenburg in den vergangenen Tagen nicht ausgeschlossen.
Über die Ergebnisse des Projektausschusses drang nichts nach außen. «Man hat über die aktuelle Lage gesprochen», sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Thema dürften auch die zusätzlichen Kosten durch die verschobene Eröffnung des 2,5-Milliarden-Euro-Baus sein.
Die Terminprobleme am neuen Berliner Hauptstadtflughafen BER sollen bereits im Winter bekannt gewesen sein. Experten des TÜV Rheinland hätten am 28. Februar geurteilt, dass die Betriebssicherheit des Flughafens wegen zahlreicher Mängel und fehlender Unterlagen bis zum geplanten Eröffnungstermin 3. Juni nicht mehr bescheinigt werden könne, berichtete die «Berliner Morgenpost» (Mittwochsausgabe). Das Protokoll sei sowohl der Flughafengesellschaft als auch der koordinierenden Planungsgruppe zugestellt worden.
Die Sachverständigen erklärten der Zeitung zufolge bereits damals, wegen der späten Fertigstellung könnten die Brandmeldeanlagen nicht bis zum 3. Juni geprüft werden. Neben Mängeln an Luft-Umwälzpumpen, automatischen Feuerlöschanlagen und Entrauchungsklappen hätten sie auf 40 «Bedenkanzeigen» verwiesen.
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