BER-Chef: Tegel-Sanierung kostet eine Milliarde

25.07.2017 - 14:38 0 Kommentare

In gut einem Monat können die Berliner über die Zukunft des Flughafens Tegel abstimmen. Falls dieser nicht wie geplant nach der BER-Eröffnung schließt, wird es richtig teuer, so Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Nicht die erste Warnung der Politik.

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup - © © dpa - Bernd Settnik

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup © dpa /Bernd Settnik

Ein dauerhafter Weiterbetrieb des Berliner Flughafens Tegel wäre aus Sicht von Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup auch wegen hoher Sanierungskosten unwirtschaftlich. "Eine dann notwendige Grundsanierung würde mehr als eine Milliarde Euro kosten", sagte Lütke-Daldrup nun.

"Allein für die Gebäude wären 550 Millionen Euro fällig, 350 Millionen Euro für die Erneuerung der Verkehrswege und 250 Millionen Euro für die Infrastruktur." Außerdem wären bei einem Doppelbetrieb der Airpots in Tegel und Schönefeld jährlich 100 bis 200 Millionen Euro Betriebskosten zusätzlich fällig.

Müller: Milliarden für den Lärmschutz

Schon Ende Juni hatte Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) gesagt, dass der Weiterbetrieb Tegels Milliarden für den Lärmschutz verschlingen würde: Der Airport sei durch seine Lage in dicht besiedeltem Gebiet eine Belastung für Berlin.

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: Erste Vorkehrungen für BER-Ausbau

Auch sagte der SPD-Politiker, dass der Volksentscheid nichts ändern werde: "Die Welt am 25. September wird die gleiche sein wie die am 24. September." Berlins rot-rot-grüne Landesregierung wird die Schließungspläne für den Flughafen nicht aufgeben.

Berliner Votum nicht ausreichend

Der Volksentscheid sei eine "politische Falle" und bringe den Senat in eine schwierige Situation, sagte Müller. Das Votum aus einem Bundesland allein könne den Schließungsbeschluss der drei Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg überhaupt nicht auflösen.

Im Internet wirbt der Senat seit vergangener Woche zudem für die Schließung des stadtnahen Flughafens. "Die Schließung Tegels nach der Fertigstellung des BER ist weder eine leichte noch eine schnell getroffene Entscheidung und auch keine, die Berlin alleine gefällt hat", heißt es dort. Ein langjähriger Weiterbetrieb des Flughafens Tegel würde umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten an den teilweise seit 1974 genutzten Gebäuden und Anlagen erfordern, die im laufenden Betrieb nur unter großen Einschränkungen für den Flugverkehr bis hin zu Teilschließungen zu leisten wären.

Mehrheit für Offenhaltung

Ende September können die Berliner darüber abstimmen, ob sich der Senat für die Offenhaltung des City-Airports einsetzen soll. Laut Umfragen, die der "RBB" zitiert, ist eine breite Mehrheit der Berliner für den Fortbestand Tegels.

Fotos: dpa, airliners.de

Bislang ist geplant, dass Tegel sechs Monate nach Eröffnung des BER schließt und auf dem dortigen Gelände ein Wissenschaftspark entstehen soll. Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER ist seit fast sechs Jahren überfällig, inzwischen ist auch die geplante Eröffnung 2018 unsicher.

Von: cs mit Material von dpa
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