BER-Chef: Darum muss Tegel schließen

18.12.2018 - 13:41 0 Kommentare

Der Flughafen Berlin-Tegel muss sechs Monate nach Eröffnung des BER schließen. Airportchef Lütke Daldrup erklärt, warum es nicht anders geht.

Engelbert Lütke Daldrup. - © © dpa - Jens Büttner

Engelbert Lütke Daldrup. © dpa /Jens Büttner

Der dauerhafte Weiterbetrieb des Berliner Cityairports Tegel über die Eröffnung des BER ist "nicht nur nicht gewollt", sondern rechtlich auch "ausgeschlossen". Dies konstatiert Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Gespräch mit airliners.de. Stand jetzt muss Tegel sechs Monate nach Inbetriebnahme des neuen Flughafens schließen.

Dabei wird der Zeitpunkt durch Beginn des Flugbetriebs auf beiden Posten definiert - sowohl der Südbahn und der Nordbahn. Letztere ist die jetzige Bahn von Schönefeld-alt; bei Sanierungsarbeiten dort wird bereits aushilfsweise die BER-Piste benutzt. "Sobald beide Bahnen im Betrieb sind, ist die Zeit des Cityairports abgelaufen", konkretisiert Lütke Daldrup.

Berliner stimmten für Tegel

Zwar stimmten in einem Volksentscheid 56,4 Prozent der Berliner dafür, dass der Senat alles tun müsste, um Tegel offen zu halten. Doch die Regierungskammer entschied im Sommer, dieses Votum nicht umzusetzen.

Und auch unter den drei Gesellschaftern gebe es niemanden, der dies wollte, so Lütke Daldrup. "Und selbst wenn, bräuchte es ein neues Verfahren, das ungefähr zehn Jahre dauern würde.

Tegel müsste also so oder so erst einmal für Jahre geschlossen werden.

Engelbert Lütke Daldrup, Flughafenchef von Berlin

Hinzu kommen laut des Flughafenchefs rechtliche Hürden: Denn der Planfeststellungsbescheid für den Berlin/Brandenburg-Single-Airport sei 1996 nur unter der Bedingung des Tegel-Endes genehmigt worden.

Lärmschutz behindert Offenhaltung

Das hat vor allem Lärmschutzgründe. Denn vom Flughafen Tegel sind laut Lütke Daldrup 300.000 Anwohner von Fluglärm betroffen. Am BER kämen noch einmal 26.000 hinzu. Das Gericht habe damals abgewogen, dass ein "stadtnaher Standort wie Schönefeld nur gewählt werden kann, wenn der bisherige Cityairport geschlossen wird".

Denn andernfalls wären insgesamt knapp 330.000 Menschen durch startende sowie landende Flugzeuge gestört. Dies wären "nach letztinstanzlicher Entscheidung unverhältnismäßig viele. Ansonsten wäre der Berliner Flughafen so weit von der City entfernt wie der Airport in München."

Nach siebenmaliger Terminverschiebung soll der BER im Oktober 2020 öffnen. Da der Flughafen Schönefeld in den ersten fünf Jahren als weiteres Terminal genutzt wird, würden die Kapazitäten des BER-Hauptterminals für die Aufnahme des Betriebs ausreichen, so Lütke Daldrup jüngst.

Von: cs
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