BER-Betreiber will auf Neubau von Regierungsterminal verzichten

08.04.2019 - 10:55 0 Kommentare

In der Diskussion um den umstrittenen Neubau eines Regierungsterminals am BER gibt es von Seiten der Flughafengesellschaft FBB einen neuen Vorschlag. Dieser sieht vor, auf einen Neubau zu verzichten und so Platz, Zeit und Geld zu sparen.

Illustration des künftigen Regierungsterminals am Flughafen BER - © © dpa -

Illustration des künftigen Regierungsterminals am Flughafen BER © dpa

Der Berliner Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup hat im Aufsichtsrat der Betreibergesellshaft einen Vorschlag zur Diskussion gestellt, der auf den Neubau eines Regierungsterminals für in- und ausländische Politiker vorerst verzichtet.

Nach Informationen der DPA sieht diese neue Variante die langfristige Weiternutzung des im Herbst für 70 Millionen Euro fertiggestellten Abfertigungsgebäudes vor. Dieses sollte ursprünglich nur eine Übergangslösung bis 2025 sein. Dann soll auf einem Standort nebenan das endgültige Regierungsterminal fertig sein. Der Baubeginn verzögerte sich jedoch wegen der Probleme rund um den BER.

Lütke-Daldrup sieht mehrere Vorteile im neuen Konzept: weniger Termindruck, weniger komplexe Bauvorhaben und eine Kostenersparnis von 75 Millionen Euro. Das Bundesfinanzministerium wollte sich dazu nicht äußern; dessen Staatssekretär Werner Gatzer sitzt im Aufsichtsrat. Die Gespräche des Kontrollgremiums seien vertraulich, hieß es zur Begründung.

Ein Neubau würde mindestens 344 Millionen Euro kosten

Offiziell hält der Bund daran fest, dass am künftigen Hauptstadtflughafen ein repräsentatives Terminal für Regierung und Staatsgäste gebaut wird, eine "Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland". Die Gesamtkosten werden bei mindestens 344 Millionen Euro liegen. Berlin und Brandenburg schlagen vor, stattdessen nur das bestehende Abfertigungsgebäude zu nutzen.

Der Alternativvorschlag, den Lütke Daldrup in der November-Sitzung dem Aufsichtsrat mit dem Vermerk "streng vertraulich" präsentierte, verbindet beide Konzepte: Das als Zwischenlösung gebaute Interimsterminal könnte zur Dauerlösung werden, aber der Standort nebenan würde zu einem großen Teil auch genutzt - für Hangars der Flugbereitschaft und Parkplätze für ihre Flugzeuge. Für den repräsentativen Neubau gäbe es Platz, er könnte aber auch entfallen.

© dpa, Lesen Sie auch: Bund beharrt auf Neubau von Regierungsterminal am BER

Das gäbe dem Flughafen den nötigen Raum auf dem Vorfeld, das alte Schönefelder Passagierterminal über 2025 hinaus zu betreiben, sollte der BER für die wachsenden Fluggastzahlen nicht reichen.

Das Bundesbauministerium geht bisher davon aus, dass ohne einen Neubau des Regierungsterminals mit dem zugehörigen Vorfeld die Flugbereitschaft nicht von Köln-Wahn nach Schönefeld umziehen kann.

Von: dk mit dpa
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