BER-Aufsichtsrat berät Anfang Oktober über Eröffnungstermin

20.09.2016 - 09:36 0 Kommentare

Immer noch steht ein konkreter Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen in den Sternen. BER-Chef Karsten Mühlenfeld will sich auch nach der Wahl in Berlin nicht in die Karten schauen lassen.

Karsten Mühlenfeld, Chef der Berliner Flughäfen.  - © © dpa - Ralf Hirschberger

Karsten Mühlenfeld, Chef der Berliner Flughäfen. © dpa /Ralf Hirschberger

Der Flughafen-Aufsichtsrat will am 7. Oktober nochmals über den Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen BER diskutieren. Ob es an diesem Tag zu einer endgültigen Entscheidung kommt, ließ der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, Karsten Mühlenfeld, jetzt in Schönefeld offen.

"Unser Ziel ist es, im Jahr 2017 fertig zu werden. Allerdings benötigen wir den fünften und sechsten Nachtrag zur Baugenehmigung, um noch sicher zu sein, ob noch Bausoll existiert oder nicht", erklärte er am Rande der Jubiläumssitzung der Fluglärmkommission.

Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) jedenfalls rechnet damit, dass das Okay für den fünften Nachtrag vom Landkreis Dahme-Spreewald bis zur Aufsichtsratssitzung kommt.

Mühlenfeld: "Brauche FDP-Initiative nicht"

In der Diskussion um die Offenhaltung des Flughafens Berlin-Tegel wies er eine entsprechenden Initiative der Berliner FDP zurück. "Für mich ist wichtig, dass der gesamte zivile Luftverkehr in Berlin an einem Standort zusammengezogen wird. Nur dann sind wir in der Lage, internationalen Verkehr nach Berlin zu bekommen. Da brauche ich diese Initiative nicht", sagte Mühlenfeld.

In Sachen Schallschutz erklärte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, dass knapp 17.900 Anträge von BER-Anwohnern bearbeitet seien. Das entspricht eine Quote von 88 Prozent.

Allerdings hätten noch nicht alle Anspruchsberechtigen ihre Ansprüche angemeldet. Er geht von etwa 6000 Haushalten aus. "Wer nach den alten Modalitäten beantragen will, sollte dies unbedingt bis zum 30. September machen", unterstrich Steintjes. Ab Oktober gelten neue Werte.

Arbeitsgruppe prüft zwölf Varianten

Ob an der Nachtflugschraube nach der Berlin-Wahl noch einmal gedreht werde, ließ Brandenburgs Flughafen-Staatssekretär Rainer Bretscheider offen. "Wir werden die Gespräche zur Regierungsbildung in der Hauptstadt abwarten und danach mit Berlin hierüber noch einmal ins Gespräch kommen", betonte er.

© dpa, Ralf Hirschberger Lesen Sie auch: Niederländische Experten zweifeln BER-Eröffnung 2017 an

Die Fluglärmkommission arbeite zurzeit daran, Lärmpausen in den Tagesrandstunden unter den gegebenen Bedingungen zu erreichen, fügte Steintjes hinzu. Hierzu habe die Kommission die Brandenburger Staatskanzlei gebeten, eine alte Arbeitsgruppe zum Betriebsmanagement des BER wieder ins Leben zu rufen.

An- und Abflüge am künftigen Hauptstadtflughafen könnten so organisiert werden, dass es zu Lärmpausen für die Anwohner kommt, unterstrich Steintjes. Zwölf Varianten prüfe die Arbeitsgruppe gerade.

Von: ch, dpa
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