Bei Suche nach Flug MH370 geborgene Teile nur Müll

31.03.2014 - 12:41 0 Kommentare

Die Suche nach Wrackteilen des im Indischen Ozean abgestürzten Flugzeugs der Malaysia Airlines ist weiter erfolglos. Zwanzig Flugzeuge und Schiffe suchen weiter nach der verschollenen Boeing - erstmals auch nach Blackbox-Signalen.

Die HMAS SUCCESS der australischen Marine sucht nach Trümmern von Malaysia Airlines Flight MH370 - © © AMSA -

Die HMAS SUCCESS der australischen Marine sucht nach Trümmern von Malaysia Airlines Flight MH370 © AMSA

Bei der Suche nach der malaysischen Unglücksmaschine hat sich auch die jüngste Spur als kalt erwiesen: Von Flugzeugen gesichtete und dann von Schiffen geborgene Gegenstände entpuppten sich nicht als Wrackteile der Boeing 777, sondern als Fischerausrüstung und Müll, wie die australische Seesicherheitsbehörde (AMSA) am Sonntag mitteilte. Die Suche wurde weiter verstärkt.

Nach drei Wochen erfolgloser Suche nach dem verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug soll die Blackbox jetzt mit hochmoderner Technik aus den USA aufgespürt werden. Das Rettungsschiff «Ocean Shield» der australischen Marine mit einem Blackbox-Detektor und einer Unterwasser-Drohne soll am Montag aus Perth auslaufen.

Blackboxen sind mit einem Sender ausgestattet, der 30 Tage funken soll. «Das ist auf 30 Tage angelegt, aber das ist ein Minimum», zitierte das Online-Nachrichtenportal «Perth Now» den US-Marinespezialisten Mark Matthews. «Meiner Erfahrung nach funken sie länger. Ich denke, 45 Tage ist eine realistische Erwartung.» Das gäbe den Experten Zeit bis etwa zum 20. April, um das Wrack zu finden. Die Unterwasser-Drohne - ein unbemanntes, ferngesteuertes U-Boot - wird erst eingesetzt, wenn der Blackbox-Detektor Signale aufgefangen hat.

© BEA Lesen Sie auch: Black Box sendet 30 Tage lang Signale

Das Schiff zieht nun zunächst den Detektor - kaum 20 Zentimeter groß - hinter sich her. Er kann nach Angaben der US-Marine Blackboxen bis in 6000 Meter Tiefe orten und fängt Signale im Radius von eineinhalb Kilometern auf. Das Schiff muss also in der Nähe der Absturzstelle sein. Das ist das Problem: Wenn Wrackteile gefunden worden wären, könnten Experten anhand von Strömungsmodellen ausmachen, wo in etwa die Absturzstelle lag. Allerdings wird das auch immer schwieriger, weil es verschiedene Strömungen und Wirbel im Wasser gibt und die Wrackteile inzwischen in alle möglichen Richtungen gedriftet sein könnten.

Kein Ende der Suche definiert

Acht Schiffe und zehn Flugzeuge aus sechs Ländern sind laut AMSA inzwischen im und über dem Indischen Ozean im Einsatz. Die Crews sahen auch wieder Treibgut, das zum vermissten Flug MH370 gehören könnte. Mit Bestimmtheit könne auch diese Material aber erst identifiziert werden, wenn Schiffsteams die Teile finden, bergen und untersuchen.

Australiens Regierungschef Tony Abbott versprach unterdessen, die Suche werde nicht aufgegeben, bis das Wrack gefunden sei. «Wenn dieses Rätsel lösbar ist, werden wir es lösen», sagte Abbott am Montag in Perth. Bei der Suche nach der Maschine gebe es kein Zeitlimit, fügte er nach einem Frühstück mit Mitgliedern der Suchmannschaften hinzu.

Die Koordinierung der internationalen Bemühungen soll offenbar der frühere Chef der australischen Streitkräfte, Angus Houston, übernehmen. Er werde ein neues Koordinierungszentrum in Perth leiten, das auch die diplomatischen Kontakte zu den beteiligten Ländern leiten soll.

Die australischen Behörden hatten das Suchgebiet am Freitag rund 1100 Kilometer in Richtung Nordosten verlegt. Laut AMSA flog die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bod vermutlich schneller als bislang angenommen, verbrauchte deswegen mehr Treibstoff und stürzte früher in den Indischen Ozean als bislang berechnet. Das neue Suchgebiet umfasst rund 319.000 Quadratkilometer - das entspricht in etwa der Größe Norwegens - und liegt etwa 1850 Kilometer westlich von Perth.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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