Bei Schweizer Air-Berlin-Tochter drohen Piloten mit Streik

09.12.2014 - 15:01 0 Kommentare

Bei Belair sollen die Piloten künftig deutlich weniger verdienen. Doch das wollen sie nicht einfach hinnehmen, sondern stattdessen das Management der Air-Berlin-Tochter an den Verhandlungstisch zwingen. Dabei drohen sie auch mit Streik.

Airbus A320 der Air Berlin. - © © Air Berlin -

Airbus A320 der Air Berlin. © Air Berlin

Bei der schweizerischen Air-Berlin-Tochter Belair sind Streiks der Piloten nicht mehr ausgeschlossen. In einer Urabstimmung haben sich 92 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder für die Ergreifung von Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen, sollte sich die Unternehmensführung weiterhin Gesprächen verweigern, teilte die Pilotenvertretung Belpers mit.

Den Belair-Mitarbeitern war unlängst durch die Air-Berlin-Führung eröffnet worden, dass sie entweder unter anderem beim Gehalt kräftige Abstriche hinnehmen müssen oder die Airline im extremsten Fall ganz dicht gemacht wird. Insgesamt sollen laut einer Präsentation jährlich rund acht Millionen Euro eingespart werden. Erreicht werden soll dies unter anderem mit Lohnkürzungen zwischen zehn Prozent beim Kabinen- und Bodenpersonal und 20 Prozent in der Chefetage. Zudem wird jeder zehnte der 80 Belair-Piloten in die kategorie "Überbestand" eingestuft.

Pilotenvertreter gehen von Einkommenseinbußen von über 30 Prozent aus

Die nun in Form von Änderungskündigungen der gültigen Einzelarbeitsverträge für alle Piloten einseitig durchgesetzten Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen seien erheblich, hieß es in der Belpers-Mitteilung weiter. Sie führten im Schnitt zu Einkommenseinbußen von über 30 Prozent. Zusätzlich sei die mögliche Arbeitszeit im Schnitt um 18 Prozent erhöht worden.

Gespräche über die gemeinsame Ausgestaltung eines Gesamtarbeitsvertrag seien trotz Vorschlägen zur Effizienzsteigerung durch das Belair-Management kategorisch abgelehnt worden. Zwar sei Belpers weiter gesprächsbereit, doch die Piloten wollen ihrer Forderung nach Gesprächen nun Nachdruck erleihen. Dies könnte bis hin zu einer vollständigen Bestreikung der Air Berlin-Flüge ab der Schweiz führen.

Zur Belair-Flotte gehören derzeit acht Flugzeuge. Dabei handelt es sich um zwei A319 und sechs A320. Seit 2009 ist die Airline eine vollständige Tochter von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin. Zuvor gab es bereits ab 2007 eine strategische Partnerschaft inklusive 49-Prozent-Beteiligung.

Von: airliners.de
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