Bei Germanwings drohen ab Montag Streiks

05.07.2013 - 10:52 0 Kommentare

Die Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa-Tochter Germanwings und der Kabinengewerkschaft UFO treten auf der Stelle. Heute gingen die Verhandlungen weiter. Für den Fall des Scheiterns droht UFO mit Streik.

Germanwingsmaschinen auf dem Vorfeld des Hamburger Flughafens. - © © Flughafen Hamburg - M. Penner

Germanwingsmaschinen auf dem Vorfeld des Hamburger Flughafens. © Flughafen Hamburg /M. Penner

Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings werden Streiks des Kabinenpersonals zu Beginn der nächsten Woche immer wahrscheinlicher. Tarifverhandlungen der Fluggesellschaft mit der Kabinengewerkschaft UFO brachten bislang keine Bewegung. Heute gingen die Verhandlungen weiter. Beobachter schätzen die Chancen auf eine Einigung aber gering ein.

Die Fluglinie hat rund 700 Flugbegleiter, von denen nach UFO-Angaben weit mehr als die Hälfte Gewerkschaftsmitglieder sind. Am Samstagvormittag will die Gewerkschaft in Bad Honnef über ihre Pläne informieren.

Die Gewerkschaft fordert in der seit neun Monaten laufenden Tarifrunde fünf Prozent mehr Geld. Zudem will sie befristete Arbeitsverträge ausschließen und einen späteren Wechsel der Germanwings-Flugbegleiter zur Lufthansa organisieren. UFO weiß eine deutliche Mehrheit der Kabinenkollegen von Germanwings hinter sich. Die Urabstimmung bekam bereits vor ihrem Ablauf am heutigen Freitag die für einen Streik benötigte Zustimmung. Auch die erforderliche Beteiligung von 70 Prozent wurde deutlich überschritten.

Beiderseits Vorschläge auf dem Tisch

Am späten Donnerstagabend hatte Germanwings ein verbessertes Angebot auf den Tisch gelegt. Der UFO-Vorsitzende Nicoley Baublies sagte dazu: "Es liegen beiderseitig Vorschläge auf dem Tisch." Den Vorschlag der Arbeitgeber könne man aber nicht als Gesamtangebot bezeichnen. Nähere Angaben zu Details lehnte er ab.

Die Gewerkschaft hatte in einer Urabstimmung bereits die nötige Mehrheit für einen Streik erreicht. Für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen droht sie ab Montag mit ersten Streikmaßnahmen.Wie stark sich ein möglicher Streik auswirken würde, sei nicht vorhersehbar. "Das ist Stochern im Nebel", sagte ein Germanwings-Sprecher.

Ein Streik einer Mehrheit der rund 700 Flugbegleiter würde den Lufthansa-Konzern an einer empfindlichen Stelle treffen. Germanwings ist nach den Worten von Lufthansa-Chef Christoph Franz etwa 20 bis 30 Prozent günstiger als die Lufthansa selbst. Die Linie soll bis Ende 2014 mit ihrer günstigeren Kostenstruktur große Teile des Europaverkehrs übernehmen und in die Gewinnzone bringen. Erst zu Wochenbeginn war die neue Germanwings gestartet.

Franz hatte vorab die Tarifpartner gemahnt: "Germanwings muss günstig bleiben. Wenn dies durch zu hohe Tarifabschlüsse nicht mehr gegeben ist, hat auch die Germanwings ihre Existenzgrundlage verloren", hatte der Lufthansa-Chef in einem Interview gesagt.

Von: dpa, airliners.de
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