Flugbegleiter nehmen Streikdrohung bei Eurowings zurück

07.10.2016 - 16:55 0 Kommentare

Bei der Eurowings wird es vorerst keine Streiks der Kabinengewerkschaft Ufo geben. Grund ist ein verbessertes Tarifangebot für die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter.

Eine Flugbegleiterin der neuen Eurowings. - © © dpa - Oliver Berg

Eine Flugbegleiterin der neuen Eurowings. © dpa /Oliver Berg

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings wird vorerst nicht gestreikt. Die Kabinengewerkschaft Ufo sagte jetzt die für kommende Woche angekündigten Arbeitskampfmaßnahmen ab, nachdem das Unternehmen bei einem Spitzengespräch ein verbessertes Tarifangebot für die Flugbegleiter auf den Tisch gelegt hatte. Das bestätigten beide Seiten.

"Es ist gut genug, um darüber zu sprechen, wenngleich wir glauben, dass es nicht ausreicht", sagte der Ufo-Tarifexperte Nicoley Baublies der DPA. In der kommenden Woche soll unter der Leitung eines Moderators weiter gesprochen werden.

Hintergrund sind die gescheiterten Tarifverhandlungen bei der Teilgesellschaft Eurowings Deutschland. Die Konkurrenzgewerkschaft Verdi hatte bei der Eurowings bereits einen Warnstreik veranstaltet.

Zuvor hatte die Ufo jegliche Verantwortung für massenhafte Krankmeldungen bei deutschen Fluggesellschaften abgelehnt. "Das ist definitiv kein Mittel zum Arbeitskampf für uns", hatte Baublies gesagt. Man rufe dazu nicht auf und distanziere sich klar von einem möglichen Missbrauch.

Baublies zeigte aber großes Verständnis für die Flugbegleiter der Fluggesellschaften Tuifly und Air Berlin, die aus Personalmangel in den vergangenen Tagen etliche Flüge absagen mussten. Auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, die im kommenden Jahr 35 Jets samt Besatzungen von der Air Berlin übernehmen soll, habe sich der Krankenstand aktuell in etwa verdoppelt, sagte der Gewerkschafter.

© dpa, Marius Becker Lesen Sie auch: Hohe Krankenstände sorgen auch bei Germanwings für Probleme

Wegen der miserablen Informationspolitik ihrer Gesellschaften wüssten die Beschäftigten nicht, was auf sie bei der Neuordnung des Luftverkehrsmarktes zukomme, kritisierte Baublies. Das führe bei Einzelnen zu starken psychischen Belastungen. Nach einer innerlichen Kündigung seien Kollegen auch nicht mehr bereit, über kleinere Beschwerden hinwegzusehen oder aus einer Krankheitsperiode früher wieder in den Job zurückzukehren. "Das sagt jeder Arbeitspsychologe, dass das einen Riesenunterschied ausmacht."

© dpa, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft Lesen Sie auch: Arbeitgebern sind bei kollektiven Krankmeldungen die Hände gebunden

Von: dpa, gk
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