BDL stellt mehrere Forderungen zum Thema Drohnen auf

12.08.2016 - 11:54 0 Kommentare

Der Umgang mit privaten Drohnen muss besser reguliert werden. Das hat der Branchenverband BDL gefordert. Bei einer Umfrage wurde auch die Meinung der Bevölkerung dazu eingeholt.

Eine private Drohne fliegt über einem Garten bei Breitscheid in Nordrhein-Westfalen, als in weiter Entfernung ein Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Düsseldorf zu sehen ist.  - © © dpa - Julian Stratenschulte

Eine private Drohne fliegt über einem Garten bei Breitscheid in Nordrhein-Westfalen, als in weiter Entfernung ein Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Düsseldorf zu sehen ist. © dpa /Julian Stratenschulte

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat jetzt mehrere Forderungen zum Umgang mit privaten Drohnen aufgestellt. Für die Sicherheit des zivilen Luftverkehrs brauche es weitere Regelungen, sagte BDL-Präsident und Fraport-Chef Stefan Schulte jetzt bei einem Medientermin in Berlin. Er appellierte an die Bundesregierung, so schnell wie möglich entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Auch eine europäische Regelung wäre wünschenswert.

Neben den bereits aus der Branche mehrfach genannten Vorschlägen wie Drohnen-Führerschein und Registrierungspflicht schlug der BDL auch einen Transponder für die unbemannten Fluggeräte vor. Dadurch lasse sich beispielsweise auf einem Radar erfassen, wo sich die Drohne gerade befinde, erklärte Schulte.

Die Idee: Nähert sich eine Drohne einem Flugzeug, kann der Pilot informiert und der Kurs geändert werden. Auch angebrachte, blinkende Lichter könnten laut BDL die Kollisionsgefahr senken. Der Verband forderte außerdem, dass der Verkauf von unbemannten Fluggeräten nur im zertifizierten Fachhandel erfolgen dürfe.

Bundesregierung arbeitet an erweiterten Regelungen

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte erst kürzlich strengere Regeln für Drohnenflüge in Aussicht gestellt. Sein Ministerium arbeite an strengeren Vorschriften für die kleinen Flieger, sagte er. So sollen Drohnen künftig gekennzeichnet sein, damit klar ist, wem sie gehören.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Bundesverkehrsminister will strengere Drohnen-Vorschriften

Der BDL stellte bei dem Termin in Berlin auch eine Umfrage zum Thema Drohnen vor. Bei der repräsentativen telefonischen Befragung gaben 77 Prozent an: der Staat sollte verstärkt Maßnahmen ergreifen, um zivile Flugzeuge vor Drohnen zu schützen. Zwölf Prozent sind nicht dieser Meinung, elf Prozent gaben "ich weiß nicht" an.

Die Teilnehmer sollten außerdem die Gefahr von Drohnen für den zivilen Luftverkehr einschätzen. 60 Prozent gaben bei dieser Frage "sehr hoch" oder "hoch" an, 31 Prozent "eher gering" oder "sehr gering".

So schätzen die Befragten die Gefahr durch Drohnen für den zivilen Luftverkehr ein
in Prozent
sehr hoch 20
eher hoch 40
eher gering 28
sehr gering 3
weiß nicht 9

Quelle: BDL

Zu Drohnen-Vorfällen kommt es immer wieder einmal. In der vergangenen Woche zum Beispiel war ein solches Fluggerät in 1700 Metern Höhe beinahe mit einem Airbus der Lufthansa kollidiert, der im Landeanflug auf den Münchner Flughafen war.

Zu einer weiteren möglichen Kollision war es außerdem in dieser Woche am Flughafen Newquay im englischen Cornwall gekommen. Eine Flybe-Maschine befand sich nach Angaben der Polizei im Landeanflug, als sich die Drohne auf einer Höhe von etwa 270 Metern bedrohlich näherte.

© dpa, Fotomontage: airliners.de Lesen Sie auch: Zivile unbemannte Luftfahrt in Europa?

Auf die Frage, ob die Hersteller ihre Triebwerke auf Drohnen-Einschläge testen und auf diese Problematik reagieren sollten, sagte BDL-Präsident Schulte: "Das ist der falsche Ansatz. Das Regelwerk sollte so geändert werden, dass Drohnen erst gar nicht in die Nähe von Flugzeugen kommen."

Von: ch
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