BDL: Deutscher Luftverkehr hinkt weiter hinterher

01.02.2018 - 16:20 0 Kommentare

Der BDL legt seinen Jahresbericht vor. Dabei wird klar: Europa ist der Wachstumsmotor im internationalen Luftverkehr. Doch Deutschland hinkt weiter hinterher - und das nicht nur wegen Air Berlin.

Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow bei der Vorstellung der Jahresbilanz des BDL. - © © BDL -

Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow bei der Vorstellung der Jahresbilanz des BDL. © BDL

Weltweit ist die internationale Luftfahrt im vergangen Jahr gewachsen und zwar um 7,6 Prozent. Als Wachstumsmotor erwies sich dabei der europäische Luftverkehr mit einer Steigerung von rund 8,2 Prozent. Europaweit wuchsen die Flughäfen um fast neun Prozent.

Das deutsche Wachstum fällt deutlich geringer aus. Verantwortlich macht der BDL in der vorgestellten Jahresbilanz die Air-Berlin-Insolvenz, aber auch die Luftverkehrsteuer, die Beschränkungen der Flughäfen und die Sonderbelastung der Luftsicherheitskosten.

Deutsche Luftfahrt stärker als 2016

Deutlich niedriger fällt das Wachstum gespalten nach deutschen Airlines und Flughäfen aus. Die Fluggesellschaften verzeichneten ein Wachstum von rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Berechnungen des BDL hätte es ohne die Air-Berlin-Insolvenz einen Zuwachs von rund fünf Prozent gegeben. 2016 lag das Wachstum der Airlines noch bei anderthalb Prozent.

Das Passagieraufkommen an den deutschen Airports lag 2017 bei rund 235 Millionen, was einer Zunahme von knapp über fünf Prozent entspricht. Im Jahr zuvor waren es nur rund drei Prozent Zuwachs. Weiter heißt es im BDL-Jahresbericht, dass sich das Wachstum der deutschen Airports wesentlich über ausländische und wenig über deutsche Airlines generiere. Seit 2011 sei der Marktanteil deutscher Fluggesellschaften an den Airports im Land von 62 auf 55 Prozent gesunken.

Billigflieger generieren Wachstum

Das Wachstum an den Flughäfen werde vor allem von den Billigfliegern getragen. Nach BDL-Angaben stieg der Low-Cost-Verkehr um 187 Prozent seit 2011, während die Netzwerkwerk-Carrier ihr Angebot um fast 20 Prozent zurückschraubten.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Deutsches Cargo-Aufkommen wächst fast zweistellig Analyse

Air-Berlin-Lücke im März vollständig kompensiert

Die Air-Berlin-Pleite wird sich bald nicht mehr in den Flugplänen bemerkbar machen. Zwar waren von Oktober bis Dezember 2017 für die Passagiere 21 Prozent weniger Sitzplätze im Angebot als im Vorjahreszeitraum, sagte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des BDL, am Donnerstag in Berlin. "Seit Januar erhöht sich das Angebot aber wieder, im März wird die Kapazitätslücke fast vollständig kompensiert sein."

Besonders Easyjet mit der Basiseröffnung in Berlin-Tegel sowie Lufthansa und ihre Tochter Eurowings stießen in die Lücke, die Air Berlin hinterlassen habe. Im Sommer dieses Jahre wird nach Prognose des Branchenverbands das Angebot größer sein als noch vor der Air-Berlin-Insolvenz.

Deutliche Preissteigerungen für die Tickets seien weiter nicht in Sicht. "Im Luftverkehr besteht weiterhin erheblicher Wettbewerb, damit hält der Druck auf die Preise an", sagte von Randow.

Von: br mit Material von dpa, AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus