BDL: Deutscher Luftverkehr fällt im internationalen Vergleich zurück

02.02.2017 - 15:32 0 Kommentare

Egal ob Fluggesellschaften oder Flughäfen: Deutschlands Luftverkehr schneidet im internationalen Vergleich schlechter ab, heißt es vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft - © © dpa - Sebastian Gollnow

Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft © dpa /Sebastian Gollnow

Die deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen fallen nach Ansicht des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) international weiter zurück. Als Grund dafür nannte der Verband bei der Vorstellung seines Jahresberichts die hohe Kostenbelastung.

Die deutschen Airlines seien 2016 zwar noch um mehr als einen Prozent gewachsen, aber deutlich hinter den weltweiten (rund sechs Prozent) und europäischen (rund fünf Prozent) Steigerungen geblieben, hieß es. Ihr Anteil im Heimatmarkt sei weiter auf zuletzt etwas mehr als 62 Prozent zurückgegangen.

© dpa, Marcel Antonisse Lesen Sie auch: Die größten Flughäfen Europas: Amsterdam überholt Frankfurt

Nicht viel anders stellt sich laut BDL die Situation der deutschen Flughäfen dar. Diese konnten im vergangenen Jahr mit 223 Millionen Passagieren zwar ein Plus von mehr als drei Prozent verzeichnen. "Aber auch hier zeigt sich, dass die Flughäfen in den europäischen Nachbarstaaten wie Luxemburg, Niederlande oder Großbritannien stärker wachsen", so der Verband.

Das Wachstum an den deutschen Flughäfen gehe vor allem auf ausländische Anbieter zurück. Während seit 2010 die Starts von Flugzeugen der deutschen Luftfahrtunternehmen um rund sechs Prozent gesunken seien, hätten allein die europäischen Low-Cost-Carrier Ryanair und Easyjet um mehr als 14 Prozent zugelegt. "Europäische Netzwerk-Carrier haben im gleichen Zeitraum ihr Angebot sogar um fast 20 Prozent erhöhen können", hieß es.

Passagierwachstum an europäischen Airports im Vergleich. Foto: © BDL

Ein Grund, warum die deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen international nicht mehr mithalten können, ist laut BDL die hohe Kostenbelastung. Darum wandte sich der Verband mit einer in der Branche bekannten Forderung an die Politik: Der Bund müsse sich deutlich stärker an den Kosten für die Sicherheitskontrollen an Flughäfen beteiligen.

Anders als beispielsweise in den USA, Spanien oder Italien würden in Deutschland die Luftsicherheitsgebühren den Airlines voll in Rechnung gestellt, kritisierte der neue BDL-Präsident Stefan Schulte, der auch Chef des Frankfurter Flughafens ist. Im vergangenen Jahr hätten die Gesellschaften 594 Millionen Euro unter anderem für die Gepäck- und Passagierkontrollen gezahlt.

© dpa, Caroline Seidel Lesen Sie auch: Lufthansa fordert Entlastung bei den Luftsicherheitsgebühren

Die Luftsicherheitsgebühr wird entweder durch die Bundespolizei oder durch die jeweilige Landesbehörde berechnet und eingezogen. Einfluss auf die Gebührenhöhe haben laut Bundesinnenministerium das Passagieraufkommen des jeweiligen Flughafens und Faktoren wie beispielsweise der Standort der Sicherheitskontrollen.

Die Behörden übersenden den Luftfahrtunternehmen anhand der übermittelten Passagierzahlen entsprechende Gebührenbescheide. Die Luftfahrtunternehmen stellen diese Gebühren zumindest zum Teil ihren Fluggästen in Rechnung. Anfang des Jahres waren die Gebühren wieder gestiegen.

Mitte 2016 hieß es in einem Medienbericht, dass der Staat die Airlines bei den Luftsicherheitskosten entlasten wolle. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) plante demnach, diesen Aspekt in das Luftverkehrskonzept einfließen zu lassen. Doch das Strategiepapier wird wohl erst nach der Bundestagswahl 2017 verabschiedet.

Von: ch, dpa
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