BDL-Chef Schulte: "Es wird immer weniger Airlines geben"

30.06.2017 - 12:00 0 Kommentare

Mehr Konsolidierung, weniger Fluggesellschaften - das ist die Entwicklung, die BDL-Präsident Stefan Schulte sieht. Er hat sich schon einmal ähnlich geäußert, allerdings in einer anderen Funktion.

BDL-Präsident Stefan SchulteFoto: © dpa, Sophia Kembowski

Die Anzahl der Airlines wird langfristig schrumpfen, der Markt wird sich angesichts des Wettbewerbs immer stärker konsolidieren - das sagte Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), jetzt im Interview mit der "Zeit".

"Immer mehr Airlines werden stärker zusammenarbeiten, einige werden übernommen werden, andere gehen in die Insolvenz", so Schulte. "Hinzu kommt die zunehmende Digitalisierung." Reisende könnten online Flugpreise oder Umsteigezeiten vergleichen. "Der Wettbewerb nimmt zu, die Markentreue nimmt tendenziell leider ab", so Schulte.

Er bezeichnete die Entwicklungen insgesamt aber als gut für die Branche. Airlines müssten einen angemessenen Gewinn erzielen, um ihre Investitionskraft zu erhalten. "Es wird neue Konstellationen geben. Vor drei Jahren noch konnte sich keiner vorstellen, dass Lufthansa mit Etihad kooperiert."

Lufthansa Group äußert sich ähnlich

Schulte ist nicht nur BDL-Präsident, sondern auch Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. In dieser Funktion hatte er sich Anfang März ähnlich zu dem Thema geäußert.

Auch die Lufthansa Group plädierte für weniger Airlines. Der europäische Luftverkehrsmarkt "ist mit rund 240 Fluggesellschaften äußerst kleinteilig", hieß es von Europas größtem Luftverkehrskonzern. Als positives Beispiel für eine erfolgreiche Konsolidierung nannte Lufthansa Group die Fusion von American Airlines und US Airways.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: Lufthansa Group: Europa braucht weniger Airlines

Von: ch
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