Bayerns Ministerpräsident unterstützt dritte Piste am Airport München

28.09.2016 - 17:11 0 Kommentare

Bayerns Ministerpräsident Seehofer hat sich für die dritte Bahn am Flughafen München ausgesprochen. Die Entscheidung über das umstrittene Projekt soll ein erneuter Bürgerentscheid bringen.

Horst Seehofer (CSU), Bayerns Ministerpräsident. - © © dpa - Andreas Gebert

Horst Seehofer (CSU), Bayerns Ministerpräsident. © dpa /Andreas Gebert

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich erstmals öffentlich für den Bau der dritten Start- und Landebahn am Airport München ausgesprochen. Medienberichten zufolge äußerte sich der CSU-Politiker jetzt entsprechend in einer Regierungserklärung im bayerischen Landtag. Demnach soll ein Bürgerentscheid in München die Entscheidung bringen. Diese Lösung hat Seehofer schon mehrmals vorgeschlagen.

Der Ministerpräsident begründete seine Haltung mit gestiegenen Flugbewegungen. Das schaffe einen "neuen Trend und eine neue Situation", so der Politiker. Die Zahl der Starts und Landungen steige seit dem vergangenen Jahr. Laut Prognosen werde sich dies in Zukunft auch fortsetzen. "Deshalb glaube ich, dass wir über diese Frage jetzt entscheiden sollten", so Seehofer.

München fühlt sich an alten Bürgerentscheid gebunden

Der Flughafen hatte im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 191.000 Starts und Landungen gezählt. Das waren drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Airport-Chef Michael Kerkloh rechnet in diesem Jahr insgesamt mit einem Plus von vier Prozent bei den Flugbewegungen.

© Flughafen München, Hintergrund: Diese Faktoren prägen die Diskussion um die dritte Piste in München

Seehofer betonte: Die Entscheidung müsse gemeinsam mit den Münchnerinnen und Münchnern getroffen werden. Diese hatten bei einem Bürgerentscheid 2012 den Bau der dritten Bahn abgelehnt. Die SPD-Regierung in der bayerischen Landeshauptstadt fühlt sich daran gebunden und blockiert das Projekt, auch wenn der Entscheid rechtlich nicht mehr bindend ist. Neben der Stadt gehören auch der Bund und Bayern zu den Flughafengesellschaftern.

Verschiedene Argumente auf beiden Seiten

Die Gegner des Projekts argumentieren, dass eine dritte Start- und Landebahn gravierende Folgen für Menschen, Natur und Klima hätten. Auch die Lärmbelastung würde steigen. Auch ohne die dritte Bahn sei für den Flughafen kein wirtschaftlicher Zusammenbruch absehbar.

Die Befürworter wollen mit der neuen Piste dafür sorgen, dass der Airport München seine "wichtige Rolle" im internationalen Flugverkehr und für Bayern halten und ausbauen kann. Das besehende Zwei-Bahnen-System sei bereits am Limit.

Von: ch
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus