Dritte Piste: Bayerische Wirtschaft reagiert mit Lob und Kritik auf Seehofer-Bekenntnis

29.09.2016 - 15:05 0 Kommentare

Bayerns Ministerpräsident Seehofer unterstützt die dritte Bahn am Airport München. Die bayerische Wirtschaft begrüßt das, äußert aber auch Kritik. Und ein grüner Landtagsabgeordneter widerspricht der Argumentation von Seehofer.

Die dritte Piste in München (Illustration) - © © Flughafen München -

Die dritte Piste in München (Illustration) © Flughafen München

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft hat den Vorstoß von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für den Bau einer dritten Startbahn auf dem Münchner Flughafen begrüßt. "Wir freuen uns über dieses klare Bekenntnis. Der Weg für den Bau muss jetzt zügig bereitet werden", sagte Hauptgeschäftsführer Bertram jetzt in München.

Das internationale Drehkreuz müsse gesichert werden, um die Wertschöpfung zu erhalten und weitere Arbeitsplätze zu schaffen. "Die Kapazitätsengpässe des Flughafens während der Hauptverkehrszeiten sind bereits heute an der Tagesordnung. Insofern gibt es dringenden Handlungsbedarf", sagte Brossardt.

Bürgerentscheid-Pläne stoßen auf Kritik

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag äußerte jedoch Kritik an Seehofer. Politisch habe sein Ja einen geringen Wert, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Die bayerische Wirtschaft sei wenig glücklich über Seehofers Plan, mit einem neuen Bürgervotum die Blockadehaltung der Stadt München auszuhebeln.

Es sei absurd, sollten wenige Münchner erneut über ein Projekt von gesamtbayerischer oder sogar bundesweiter Bedeutung abstimmen. "Was die Staatsregierung für unentbehrlich hält, sollte sie politisch durchsetzen", forderte Driessen. Juristisch sei alles geklärt, für die dritte Startbahn gebe es Baurecht. "Aus Sicht der Wirtschaft ist es falsch, wenn Seehofer die Verantwortung an die Bürger zurückgibt."

Diskussion um Zahl der Flugbewegungen

Seehofer hatte sich am Mittwoch im Landtag für den Bau der umstrittenen dritten Start- und Landebahn ausgesprochen. Er will den Weg für das Milliardenprojekt über einen neuen Bürgerentscheid in der Landeshauptstadt frei machen. Zur Begründung hatte Seehofer angeführt, es gebe bei der Zahl der Flugbewegungen "einen neuen Trend und eine neue Situation".

© dpa, Andreas Gebert Lesen Sie auch: Bayerns Ministerpräsident unterstützt dritte Piste am Airport München

Der Umweltexperte der bayerischen Grünen, Christian Magerl, widersprach Seehofer jedoch. Die Zahl der Starts und Landungen Flugbewegungen am Airport München sei "meilenweit vom Höchststand aus dem Jahr 2008 entfernt", sagte der Landtagsabgeordnete jetzt dem Bayerischen Rundfunk.

Zudem sprach der Grünen-Politiker von einem "gekauftem Wachstum". So fördere die Flughafen München GmbH mit zweistelligen Millionenbeträgen Airlines, wenn sie neue Flugverbindungen einrichten. "Wenn diese Förderung wegfallen würde, würde das Ganze sehr schnell in sich zusammenfallen."

Grundsätzlich rechne er nicht mit einem neuen Bürgerentscheid. "Ich kann mir das zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen", so der Politiker.

© Flughafen München, Lesen Sie auch: Diese Faktoren prägen die Diskussion um die dritte Piste in München

Von: ch, dpa
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