Bahn holt zwischen Berlin und München auf

14.12.2015 - 16:19 0 Kommentare

In gut zwei Jahren bekommt die meistbeflogene innerdeutsche Flugverbindung Konkurrenz: Die Bahn will Berlin-München in unter vier Stunden anbieten. Jetzt wurde ein Teilstück der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke eröffnet.

 Mit der Parallelfahrt zweier Sonderzüge (ICE T Baureihe 411) wurde die 123 Kilometer lange Eisenbahn-Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig eröffnet.  - © © Deutsche Bahn AG - Oliver Lang

Mit der Parallelfahrt zweier Sonderzüge (ICE T Baureihe 411) wurde die 123 Kilometer lange Eisenbahn-Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig eröffnet. © Deutsche Bahn AG /Oliver Lang

Ab Ende 2017 haben Flugreisende zwischen Berlin und München eine ernstzunehmende Alternative: die Bahn. Dank einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h auf größeren Teilstrecken verkürzt sich die Bahnreisezeit mit der vollständigen Fertigstellung der neuen Nord-Süd-Magistrale auf der innerdeutschen Rennstrecke um mehr als zwei Stunden.

Einen Vorgeschmack liefert nun die am Sonntag offiziell dem Verkehr übergebene Teilstrecke Leipzig/Halle-Erfurt. Das jetzt eröffnete 123 Kilometer lange und 2,8 Milliarden Euro teure Stück zwischen Halle/Leipzig und Erfurt ermöglicht deutlich geringere Reisezeiten zwischen den Großstädten Mitteldeutschlands und dem Rhein-Main-Gebiet einerseits und Berlin andererseits.

Mit der Fertigstellung der Nord-Süd-Magistrale - also der gesamten Strecke - zwischen Berlin und München verspricht die Deutsche Bahn AG für die schnellsten Züge eine Fahrzeit von nur noch 3:45 Stunden zwischen den beiden Millionenstädten. Heute quälen sich die ICEs in einer Fahrzeit nicht unter sechs Stunden auf teils über hundert Jahre alten Trassierungen durch die Mittelgebirge.

Reisezeiten nähern sich an

Der Markt, um den es geht, ist groß. Rund 1,4 Millionen Passagiere fliegen nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) jährlich auf der meistbeflogenen innerdeutschen Flugverbindung zwischen Berlin und München. Umsteiger am Drehkreuz München sind nicht mitgerechnet. Die Bahn nutzen den Angaben der ADV zufolge bisher rund 750.000 Menschen für die direkte Reise von Berlin nach München und umgekehrt.

Das sind die Top Ten der innerdeutschen Strecken 2014. Foto: © ADV

Bei einer Fahrzeit von unter vier Stunden werden die Sprinter-Züge auf der Neubaustrecke Reisenden zukünftig ermöglichen, ungefähr genauso schnell wie mit dem Flugzeug von Innenstadt zu Innenstadt zu reisen. Sollte bis dahin der neue Berliner Flughafen tatsächlich eröffnet sein, verbessert sich die Bilanz weiter, denn der BER ist nicht so innenstadtnah wie Tegel.

Die Nord-Süd-Magistrale zwischen Berlin und München ist die vorläufig letzte große Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Bundesrepublik. Nach politischen Diskussionen verläuft sie nicht auf der "Direttissima" - also grob gesagt, entlang der A9, sondern macht aus politischen Gründen einen Umweg über Erfurt. Nicht nur die 26 Jahre Planungs- und Bauzeit brechen einschlägige Negativrekorde, sondern auch die Kosten von 12,5 Milliarden Euro. "Lohnen" im betriebswirtschaftlichen Sinn wird sich die Strecke wohl nie.

© Fotolia.com/airliners.de, iterum Apropos Kurzstreckenflüge auf die Bahn verlagern?

Von: dh
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